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Aitutaki

Cookinseln: Die Lagune von Aitutaki

Am Donnerstag Morgen brachen wir in unserer Unterkunft am Muri-Beach auf Rarotonga auf, um mit dem öffentlichen Bus in die Hauptstadt Avarua zu fahren. Wir verbrachten die Zeit bis zum Abflug unseres Flugzeugs nach Aitutaki in einem Café und liefen danach zu Fuß zum Flughafen, der ein paar Kilometer nördlich des Zentrums liegt. Unser Flugzeug war eine kleine Propellermaschine (Saab 340) und wir konnten kurz vor dem Abflug ohne Sicherheitskontrolle an Bord gehen. Der Flug war wider erwartend sehr ruhig und nach 50 Minuten sahen wir im Landeanflug zum ersten Mal das Korallenriff  und die darin liegende Lagune von Aitutaki. Neben der Hauptinsel liegen 15 weitere kleine Inseln innerhalb dieses Riffs, die allerdings unbewohnt sind.

Cookinseln: Tamanu Beach Bungalows

Auf dem kleinen Flughafen erwartete uns schon der Kleinbus unserer ersten Unterkunft, des Tamanu Beach Resorts und wir bekamen zur Begrüßung traditionelle Blumenketten (Lei) umgehängt. Der Empfang im Resort war sehr freundlich und unser Bungalow wunderschön. Wir verbrachten die ersten beiden Nächten und den Tag dazwischen dann hauptsächlich am Strand vor dem Resort mit schnorcheln, schwimmen und auf dem Liegestuhl.

Cookinseln: Strand vor den Tamanu Beach Bungalows

Am Samstag Morgen packten wir nach dem Frühstück unseren gemeinsamen Rucksack (den anderen Rucksack haben wir auf Rarotonga deponiert) und wurden von Moyeau, dem  Besitzer unserer zweiten Unterkunft auf der Insel abgeholt. Wir haben die Bungalows auf den Cookinseln vor einigen Wochen gebucht und auf Aitutaki nicht für den gesamten Aufenthalt etwas in unserer Preislage gefunden, daher mussten wir die ersten zwei Tage in der deutlich teureren Anlage verbringen (und haben es genossen!).

Cookinseln: Inano Beach Bungalows

Nach einer kurzen Autofahrt erreichten wir die Inano Beach Bungalows am Ootu Beach. Unser Heim für die nächsten Tage war ein großer Stelzenbungalow und gleich nach dem Betreten stellte sich uns Moyeaus Frau, Veia vor. Die beiden haben die sechs Häuser ihrer Anlage selber gebaut. Während unserer Zeit auf der Insel hatten wir dann eigentlich nur noch Kontakt mit Veia, sie leitet die Anlage mit Herz und Seele. Dazu gehörte auch ein täglicher Putzservice früh am Morgen, der nicht immer im Einklang mit unserem Tagesablauf stand. Der Umgang hier ist sehr herzlich und es bietet sich immer die Gelegenheit für ein kurzes Gespräch.

Cookinseln: Judan Shop auf Aitutaki

Wir mieteten uns einen Motorroller für die folgenden sieben Tage, es gibt hier keinen öffentlichen Transport und die Insel ist sehr weitläufig. Mit dem Roller fuhren wir in den größten Ort der Insel, Arutanga und kauften in einem der vier kleinen Lebensmittelläden ein. Auf Aitutaki leben ca. 1.500 Einwohner und sämtliche Güter, die nicht auf der Insel wachsen oder hergestellt werden, müssen per Schiff oder Luftfracht hierher transportiert werden. Das Angebot in den lokalen Geschäften ist somit übersichtlich und die Preise teurer als auf Rarotonga. Viele Einwohner bauen neben ihren Häusern Früchte und Gemüse zur Selbstversorgung an und in dem relativ gleichbleibenden Klima kann jedes Jahr mehrfach geerntet werden.

Cookinseln: Küken auf Aitutaki

Überall auf den Inseln laufen Hühner und Hähne frei herum. In unserer ersten Unterkunft bekamen wir mehrfach Besuch von einer Henne mit Küken, die es sich dann auf  unserer Veranda bequem machten. Auch Ziegen und Schweine haben auf der Insel ein schönes Leben in großen Gattern mit viel grün. Das Meer leuchtet in unglaublichen Blautönen, die sich je nach Wassertiefe verändern. Beim Schnorcheln sieht man auch schon im flachen Wasser viele Fische, zwischen den Korallen liegt der Kindergarten des Pazifik.

Cookinseln: Protestschild gegen Sonntagsflüge

An verschiedenen Stellen auf Aitutaki sieht man Schilder, auf denen die Einwohner die Abschaffung des Flugverkehrs am heiligen Sonntag fordern. Wir sahen auch eine kleine Demonstration mit Transparenten auf der Straße am Flughafen. Die Einwohner sind nach dem Eintreffen der ersten Europäer christianisiert worden und seitdem streng gläubig. Wir werden am Sonntag auf Atiu in die Kirche gehen, die Kirchengesänge sollen wunderschön sein und die Frauen tragen aufwändige, weiße Kleider und geflochtene Strohhüte.

Cookinseln: Wanderung durchs Hinterland von Aitutaki

Die kommenden Tage erkundeten wir die Insel auf dem Roller und erklommen bei einer Wanderung den höchsten Berg Aitutakis. Aus 120 Metern Höhe hatten wir erneut einen tollen Blick auf die Lagune und das grüne Inland.

Cookinseln: Starkregen auf Aitutaki

Leider regnete es dann an zwei Tagen stark und wir mussten fast den gesamten Dienstag in unserem Bungalow verbringen. Durch den Regen und starken Wind war es im Bungalow unheimlich laut. Ohne Kopfhörer konnten wir nicht mal einen Film auf unserem Laptop verstehen.  Am Abend landeten wir zum Essen im „Boatshed Bar und Grill“ und hatten eine feucht fröhliche Zeit mit verschiedenen Einheimischen und einer Gruppe Kitesurfern. Die Surfer konnten aufgrund des Wetters an diesem Tag nicht aufs Meer und saßen bereits seit dem Morgen in der Bar.

Cookinseln: Feierabendbier im Boat ShedCookinseln: Honeymoon-Island in der Lagune von Aitutaki

Am Mittwoch konnten wir dann endlich an einer Fahrt über die Lagune von Aitutaki teilnehmen, in den Tagen davor wurde die Tour immer wegen zu starkem Wind abgesagt. Wir wurden morgens mit einem alten Toyota-Reisebus abgeholt, sammelten an verschiedenen Bungalowanlagen weitere Touristen ein und fuhren mit einem kleinen Pontonboot auf die Lagune hinaus. Wir hielten an verschiedenen Stellen zum schnorcheln und Mittags wurde uns auf einer der kleinen unbewohnten Inseln ein leckeres Essen serviert. Auf dieser Insel steht auch das entlegenste Postamt des Südpazifiks und wir tragen jetzt einen Poststempel vom „One Foot Island“ in unseren Pässen.

Cookinseln: Strand auf One Foot Island in der Lagune von AitutakiCookinseln: Island-Night in Puffy´s Bar auf Aitutaki

Nach unserer Rückkehr am frühen Abend fuhren wir zusammen mit unserer Vermieterin und drei weiteren Gästen zu „Puffy´s Bar und Grill“. Die Bar ist ein lokales Restaurant, in dem sich Einheimische und Touristen Abends zu einem Absacker oder einem einfachen Essen treffen. An diesem Abend fand eine Island-Night statt, bei der Jugendliche die Tänze der Insel vorführten und von einem (Laien)Orchester mit traditionellen Instrumenten begleitet wurden. Vor den Tanzaufführungen gab es ein Festessen mit großem Buffet und wir kennen jetzt verschiedene Spezilitäten der Cookinseln: Rohen Thunfisch mit Zitrone und Kokosnussmilch (Ika Mata), Bananenpudding (Poke) , Taroknollen und Spinat aus gekochten Taro-Blättern (Rukau). Als Höhepunkt des Abends wurde versucht uns Touristen die Tänze beizubringen, die einheimischen Gäste amüsierten sich dem Gelächter nach zu urteilen sehr gut und machten bei ihren Tanzversuchen eine bessere Figur.

Cookinseln: Marine Research Center auf Aitutaki

Unseren letzten Tag verbrachten wir heute mit einem Ausflug zum Marine Research Center. Dort werden in großen Wasserbecken Riesenmuscheln gezüchtet, um diese später in der Lagune freizusetzen. Auf unserem Ausflug zum „One Foot Island“ konnten wir einige Exemplare unter Wasser und in freier Wildbahn sehen. Die Muscheln waren in der Lagune von Aitutaki weit verbreitet, sind aufgrund ihres guten Geschmacks allerdings oft und gerne von den Einheimischen gegessen worden. Durch das Aufzuchtprojekt wird versucht die bunten Lebewesen wieder in größerer Stückzahl in der freien Natur anzusiedeln.

Cookinseln: Riesenmuscheln vor One Foot Islands in der Lagune von Aitutaki

Morgen früh fliegen wir mit einem noch kleineren Flugzeug weiter auf die Insel Atiu. Dort leben 500 Menschen und wir werden für sechs Tage bei einem Ehepaar zu Gast sein, das in seinem Haus drei Zimmer vermietet. Auf der Insel gibt es unter anderem eine Kaffeeplantage, geführt von einem Ehepaar, das in den Achtzigerjahren aus Hamburg gekommen ist.

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