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Bangkok und über die Grenze nach Kambodscha

Bangkok chinesisches Neujahrsfest

In Bangkok ging es für uns (nach dem Abschied von Julia und Alex) zu Zweit weiter und wir nahmen am Nachmittag die Flussfähre nach Chinatown. Am 10. Februar feierten 1,34 Milliarden Chinesen ihr Neujahrsfest, welches traditionell ganze 15 Tage dauert. Viele Chinesen reisen zu diesem Zweck quer durch Asien zu ihren Freunden und Familien und Verkehrsmittel sind oft tagelang ausgebucht, Hotelzimmer restlos vermietet und die meisten chinesischen Geschäfte haben geschlossen. Auch in Bangkok wurde das chinesische Neujahrsfest ausgiebig gefeiert, die Yaowarat Road (Hauptverkehrsader im Chinatown) war am Sonntag auf ganzer Länge gesperrt und es fanden verschiedene Umzüge und Veranstaltungen statt. Unzählige Menschen bevölkerten die Straßen und wir ließen uns von der Menge durch das Viertel treiben. Wir sahen dabei verschiedene Trommelgruppen und konnten verfolgen, wie Löwentanzgruppen von Restaurant zu Restaurant zogen und ihre Tänze in und vor den Lokalen aufführten. Den Abend ließen wir ruhig ausklingen, das Klima und die starke Luftverschmutzung in Bangkok forderten ihren Tribut und wir waren ziemlich erschöpft.

Bankgkok: Königspalast

Am nächsten Tag machten wir uns gleich nach dem Frühstück auf den Weg zum Königspalast. Der Palast liegt in fußläufiger Entfernung zu unserer Unterkunft und die größte Herausforderung auf dem Weg stellte das Überqueren mehrerer großer Straßen dar. Das Wetter war wieder einmal sonnig und wir dementsprechend verschwitzt, als wir am Palast ankamen. Schon am Eingang des Königspalastes stellten wir fest, dass diese Sehenswürdigkeit auf der Liste vieler Besucher Bangkoks lag: Auch aufgrund des chinesischen Neujahrsfestes belagerte eine großen Menschenmasse den Innenhof des Palastes. Nach einer halben Ewigkeit in der Warteschlange vor dem Kassenhäuschen besichtigten wir dann nur den Teil des Palastes der aus historischen Tempelgebäuden besteht. Auf den Innenwänden der Mauer, die die Tempelanlage umgibt, ist der thailändische Epos Ramakian in Bildern dargestellt. Die Tempel und die großen Figuren auf dem Gelände sind unglaublich vielfältig verziert. Wir besichtigen auch den Haupttempel Wat Phra Kaeo, in dem der Smaragd-Buddha steht, der gleichzeitig der Tempel des Königs ist.

Bangkok: Königspalast

Am nächsten Tag hatten wir Termine zur routinemäßigen Untersuchung im Bumrungrad Krankenhaus. Die Untersuchungen nahmen wiederum fast den gesamten Tag in Anspruch und am Abend sind wir lediglich eine Kleinigkeit essen gegangen.

Bangkok: Skyline

Insgesamt verbrachten wir eine Woche in Bangkok und die Stadt hat uns fasziniert und gleichzeitig total ausgelaugt. Wie schon beschrieben ist die Luft in der gesamten Stadt extrem schlecht. Alle Taxis und Tuk Tuks sind  zwar schon auf Autogas umgestellt worden, aber die Masse an Verkehrsmitteln erzeugt einfach eine durchgehende Dunstglocke, die über der Stadt liegt. Der Verkehr im Zentrum kommt Morgens und Abends gefühlt immer wieder zum Erliegen. Aus diesem Grund nahmen wir so oft wie möglich den Skytrain, allerdings fährt dieser Elektrozug auf Betonstelzen nur auf zwei Routen durch die Stadt. Zum Verkehrschaos kommen dann im Moment noch sommerliche Temperaturen um die 35 Grad Celsius und der übliche, sonstige Trubel einer Großstadt.

Bangkok: Bahnhof

Am Donnerstag standen wir um 4 Uhr Morgens auf und fuhren mit dem Taxi zum Bahnhof Hua Lamphong. Dort angekommen kauften wir uns ein Ticket nach Aranyaprathet und bestiegen um kurz vor 6 Uhr den Zug. Für 94 Baht (2,35 EUR) fuhren wir dann in der dritten Klasse rund 6 Stunden Richtung Osten. Bahnfahren in Thailand ist interessant, die Züge sind sauber und in den Wagons der dritten Klasse sind die Fenster eigentlich immer geöffnet. Auf der Fahrt aus Bangkok konnten wir so das erwachende Stadtleben ein letztes Mal beobachten. Als wir die Stadt hinter uns ließen, wurde die Landschaft durch Reisfelder mit Büffeln und kleinere Ortschaften geprägt. Wir sind zwischendurch immer wieder eingenickt, ein erholsamer Schlaf war aufgrund der harten Holzbänke allerdings nicht möglich.

Zug nach Aranyaprathet

Aranyaprathet ist eine Kleinstadt im Osten Thailands, die in direkter Nähe der Grenze zum Königreich Kambodscha liegt. Vom Bahnhof nahmen wir direkt ein Tuk Tuk zum Grenzübergang. Der Grenzübergang von Aranyaprathet nach Poipet in Kambodscha ist die Hauptreiseroute vieler Touristen, die weiter nach Siem Reap und zu den Tempelanlagen von Angkor reisen wollen. Die Überquerung der Grenze an diesem Übergang läuft nicht immer reibungslos ab: Es gibt diverse Schlepper die einem überteuerte Visa verkaufen wollen und andere, kreative Ideen windiger Geschäftsleuten auf beiden Seiten der Grenze. Wir waren dementsprechend misstrauisch und sind, nachdem uns unser Tuk Tuk direkt vor einem „falschen“ Visabüro abgesetzt hatte, direkt in Richtung Grenze weitergelaufen.  Über die Grenze werden Waren aller Art auf LKWs, aber zum großen Teil auch auf Handkarren, die von ein oder mehreren Personen gezogen und geschoben werden, transportiert.

Ausreise Thailand Aranyaprathet

Nach kurzem Suche fanden wir dann die richtige Schlange zur Ausreise aus Thailand. Nach zwei geschätzten Stunden Anstehen, hatten wir den Ausreisestempel im Pass und sind über eine kurze Brücke nach Kambodscha gelaufen. Bevor man offiziell nach Kambodscha einreist, passiert man mehrere, große Casinos, die von chinesischen Unternehmen betrieben werden. Glücksspiel ist in Thailand verboten und die Casinos sollen zum überwiegenden Teil von Thailändern genutzt werden.

Grenzübergang Poipet

Hinter den Casinos kam dann nach kurzem Suchen die nächste Schlange zur Einreise nach Kambodscha. Das Visum hatten wir im Internet bestellt und ausgedruckt, wir mussten somit nur noch eine Einreisekarte ausfüllen und wieder eine Stunde in der Schlange verbringen.

Nach der Einreise fuhren wir mit einem kostenlosen Bus zum „offiziellen“ Busterminal der Stadt Poipet. Am Busterminal bezahlten wir den festgelegten Preis für die Taxifahrt und bestiegen zusammen mit zwei Deutschen, die wir in der Schlange bei der Ausreise kennengelernt hatten, einen Toyota Camry. Die Nationalstraße Nr. 6, die in Poipet beginnt und unter anderem nach Siem Reap führt, ist sehr gut ausgebaut und die Fahrt war somit angenehm. Die Auto- und Mopedfahrer nutzen die zwei Spuren zwar immer in kreativer Weise so, als ob es drei wären, aber wenn man sich erstmal daran gewöhnt hat, klappt sogar ein Nickerchen.

Tuk Tuks in Kambodscha

Das Königreich Kambodscha ist eines der ärmsten Länder der Welt und das pro Kopf Einkommen liegt bei etwas über 800 US Dollar pro Jahr. Dabei hatte das Land vor der Machtergreifung der roten Khmer im Jahr 1979 einen der höchsten Lebensstandards in Südostasien. Auf der Fahrt nach Siem Reap hat das Land mit seinen kleinen Städten und großen, landwirtschaftlichen Flächen einen netten Eindruck auf uns gemacht. In Siem Reap verabschiedeten wir uns von unseren Mitreisenden und fuhren mit einem Tuk Tuk zu unserer vorgebuchten Unterkunft. Auf Grund des chinesischen Neujahrsfestes sind auch hier fast alle Zimmer ausgebucht. In unserem Guesthouse sind wir dann herzlich empfangen worden und haben uns gleich über mögliche Touren zu den Tempeln in der Region informiert. Danach ging es noch einmal kurz in die Stadt über den Nachtmarkt und nach dem Abendessen direkt zurück in unser Bett. Dieser erste Rundgang durch die Stadt hat unser Gefühl noch verstärkt: Hier gefällt es uns, die Menschen sind sehr nett und zuvorkommend und alles ist, trotz der vielen Touristen entspannt.

Wir wissen noch nicht wie lange wir in Kambodscha bleiben, grob geplant wollen wir Anfang März weiter nach Indonesien. Heute haben wir unsere erste Tour zu den über 1.000 Jahre alten Tempelruinen in der Region unternommen, aber dazu gibt es dann in den nächsten Tagen mehr.

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