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Bay of Islands und Kauri-Museum

Bay of Islands

Gestern Abend kamen wir in Auckland an und bezogen ein kleines nettes Apartment in der Innenstadt. Nach sieben Wochen Camping ist es für uns ganz ungewohnt sich in einem geschlossenen Raum aufzuhalten und in der letzten Nacht schliefen wir aufgrund des Stadtlärms auch nicht besonders gut. Wir genießen aber auch den vielen Platz und generell den Komfort eines Hotelzimmers, vor allem da es seit gestern Abend immer wieder regnet. Den VW-Bus gaben wir heute Vormittag nach einer gründlichen Putzaktion und mit fast 6.000 Kilometern mehr auf dem Tacho ab und übermorgen geht es bereits weiter nach Sydney in Australien. Neuseeland zeigte sich in den letzten Tagen noch mal von seiner besten Seite und wir erkundeten die wunderschöne Küstenlandschaft der Bay of Islands ganz im Norden des Landes.

Otamure Bay

Am Sonntag ging es für uns zunächst auf einen DOC-Campingplatz in der Otamure Bay, 4km nördlich der kleinen Stadt Whananaki. Es waren mal wieder kaum Camper auf dem Platz, so dass wir erneut mit Blick aufs Meer parken konnten. Thorsten wagte den eiskalten Sprung ins Meer und wir verbrachten den Tag am Strand und genossen zum Sonnenuntergang eine Flasche einheimisches Tui Bier.

Otamure Bay: Feierabendbier

Nach einer kalten Dusche und Frühstück am nächsten Morgen ging es weiter in den Ort Paihia. Der Manager des Campingplatzes hatte uns am Tag zuvor bereits eine schöne Strecke entlang der Küste gezeigt und somit bekamen wir auf der 3-stündigen Fahrt immer wieder tolle Ausblicke auf die Bay of Islands geboten. In Paihia angekommen, informierten wir uns im örtlichen Touristen-Zentrum zunächst über die Aktivitäten der Region. Auch wenn das Wetter für den nächsten Tag wechselhaft angesagt war, entschieden wir uns für einen Segelausflug und buchten eine Tour. Nach einem kurzen Bummel durch die touristisch voll erschlossene Stadt, bezogen wir einen erneut netten Campingplatz 2km südlich von Paihia und ließen den Tag ruhig ausklingen.

Bucht von Paihia

Der nächste Morgen war nebelverhangen und windstill, zwar nicht die besten Voraussetzungen für einen Segeltörn aber wir starteten dennoch hoffnungsvoll Richtung Hafen. Am Anlegesteg angekommen, kam die Sonne heraus und die Nebelschleier über der Bucht lösten sich langsam auf. Unser Skipper Glen wartete mit seinem Boot „She’s a Lady“ bereits im Hafen und zusammen mit einem älteren Pärchen aus Kalifornien, die schon die ganze Welt bereist haben und vor vielen Jahren aus den Philippinen in die USA eingewandert sind, bestiegen wir das Segelboot. Zunächst ging es nach Russell, einem weiteren Küstenort, wo wir noch ein deutschen Pärchen in unserem Alter, welches vor zwei Jahren nach Neuseeland ausgewandert ist, einsammelten. Da es zu diesem Zeitpunkt immer noch windstill war, fuhren wir zunächst unter Motor hinaus zu den vorgelagerten Inseln der Bay of Islands. Mit unseren Mitreisenden unterhielten wir uns mal wieder viel übers Reisen,  aus der Ferne sahen wir einige Pinguine beim Jagen und die Zeit an Deck verging schnell.

Segeltörn Bay of Islands

Nach zwei Stunden Fahrt ankerten wir in der Bucht einer kleinen, unbewohnten Insel mit wunderschönem Sandstrand. Wir erkundeten auf einer kurzen Wanderung das Inland und mit dem Kajak die Bucht und Unterwasserwelt der Insel (die Kajaks hatten einen Glasboden). Da das Wasser in der Bucht so herrlich grünblau leuchtete, konnten wir nicht widerstehen und sprangen im Anschluss auch noch ins erfrischend 18°C warme Meer. Glen hatte in der Zwischenzeit Sandwiches zubereitet und gemeinsam picknickten wir am Strand. Auf dem Rückweg konnten wir dann auch endlich die Segel hissen und ohne Motorengeräusch auf dem Meer dahingleiten. Glen gab allen noch eine kurze Einführung ins Segeln und jeder der wollte, durfte das Boot mal steuern.

Bay of Islands: Kapitän Thorsten

Erst als wir wieder in Paihia anlegten, fing es an zu regnen und wir verabschiedeten uns von unseren Mitreisenden und Glen. Wir fuhren an diesem Tag noch bis Whananaki und übernachteten erneut auf dem Campingplatz in der wunderschönen Otamure Bay: Das war unsere letzte Campingnacht in Neuseeland. Die Zeit in der Bay of Island war für uns ein perfekter Abschied von Neuseeland und wir hoffen, dass wir in Australien noch mal segeln gehen können. Nach einer ruhigen letzten Nacht unter fast sternenklarem Himmel hat uns am nächsten Morgen wieder eine Gruppe Enten am Bus besucht. Wir duschten ein letztes mal kalt, räumten unseren Bus auf und fuhren in Richtung Auckland los.

Matakohe: Boarding-House im Kauri-Museum

Auf dem Weg legten wir dann noch einen Abstecher nach Matakohe ein. Dort gibt es ein hervorragendes Museum in dem die Siedlungsgeschichte Neuseelands und die Arbeit der Siedler beim Fällen und Verarbeiten der neuseeländischen Kauri-Bäume gezeigt wird. Als die ersten Europäer in Neuseeland eintrafen, existierten auf der Nordinsel noch große Wälder der riesigen Bäume. Ein Großteil dieser Wälder wurden dann durch die Siedler abgeholzt, da sich das Holz der Kauri-Bäume sich sehr gut für den Schiff- und Möbelbau eignete. Aus dem Harz der Bäume wurden chemische Grundstoffe für die Lackherstellung und die Linoelumproduktion gewonnen. Der älteste, heute noch lebende Kauri Baum ist der ca. 1.000 Jahre alte Tāne Mahuta“ im Waipoua Forest auf der Nordinsel, dem wir leider keinen Besuch mehr abstatten konnten.

Matakohe: Holzfäller im Kauri-Museum

Das Museum war sehr interessant, in der Ausstellung sind unter anderem ein vollständiges Boarding-House (eine Art Hotel), ein Sägewerk und diverse Produkte aus Kauri-Holz zu sehen. Besonders gut gefielen uns die Wachsfiguren, die in der Ausstellung verschiedene Maschinen bedienen und Alltagssituationen nachstellen: Es handelt sich um Originalabbildungen von Nachfahren der damaligen Siedler, die heute in der Region Northland leben.

Matakohe: Zahnarzt im Boarding-House, Kauri-MuseumMatakohe: Wachsfiguren von Siedlern, Kauri-Museum

Nach etwas über zwei Stunden haben wir die Fahrt nach Auckland dann fortgesetzt und sind gegen Abend an unserer Unterkunft für die kommenden drei Nächte angekommen. Wir genießen jetzt die letzten Stunden in Neuseeland, waschen Wäsche, und packen unser Gepäck neu. Morgen wollen wir uns Auckland ansehen, bevor es am Samstag nach Syndey geht.

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