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Bondi Beach und Blue Mountains

Bondi Beach: Surfing

Thorsten ist seit ein paar Stunden wieder in Sydney und erholt sich im Moment von dem 24 Stunden Flug. Ich checkte schon gestern Abend in ein Hotel am Flughafen ein, so dass er es heute Morgen nicht weit hatte und direkt nach der Ankunft ins Bett fallen konnte. Die letzte Woche verbrachte ich alleine am Bondi Beach, einem Strandvorort Sydneys und einem der bekanntesten Surfspots der Welt, und in den Blue Mountains, einem Gebirge 60 km westlich von Sydney. Nachdem Thorsten und ich uns am Dienstag Nachmittag getrennt hatten, fuhr ich mit dem Zug nach Bondi und bezog ein Vierbett-Zimmer im Bondi Beachhouse YHA. Da im Moment Nebensaison ist, war in der Jugendherberge nicht viel los und so teilte ich mir das Zimmer nur mit einer weiteren Person: Nadja, einer Frau von den Falklandinseln. Wie sich nach einem kurzen Gespräch herausstellte, nahm Nadja Surfstunden beim Anbieter „Let’s go Surfing„, wo ich ebenfalls einen Anfängerkurs für die nächsten drei Tage gebucht hatte. Wir unterhielten uns den Rest des Abends dann noch viel übers Surfen, Reisen und die Falklandinseln, Nadjas Heimat.

Bondi Beach

Am nächsten Morgen erkundete ich zunächst meine neue Umgebung und am Nachmittag hatte ich meine erste Surfstunde. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, Dehnübungen und ein paar Trockenübungen auf dem Surfbrett ging es direkt ins Wasser und das Aufstehen auf dem Brett wurde bis zum Ende geübt. Leichter getan als gesagt, denn wenn ich es tatsächlich mal schaffte auf dem Surfbrett zu stehen, dann meistens mit der falschen Fuß- oder Körperhaltung, so dass ich direkt wieder in hohem Bogen ins Wasser fiel. Ich schluckte an diesem Tag viel Salzwasser, fiel einige Male kopfüber ins Wasser und war nach zwei Stunden total ausgepowert vom Training. Der Rest des Tages verlief dann entsprechend ruhig, Nadja und ich gingen zusammen noch etwas essen, ich wusch meine Wäsche und verbrachte ein paar Stunden an einem der öffentlichen Computer im Hostel.

Coastal Beach Walk: Bondi nach Coogee

Am nächsten Tag hatte ich bereits um 9.00 Uhr Surfunterricht und es lief beim zweiten Mal schon viel besser. Es war ein sehr sonniger, windstiller Tag, so dass die Wellen nicht so hoch waren und ich schaffte es mehrere Male auf dem Brett zu stehen und für einige Sekunden auf dem Wasser dahinzugleiten. Surfen fing langsam an mir Spass zu machen. Nach dem Training legte ich erstmal eine Mittagspause auf der Dachterrasse der Jugendherberge ein, von wo aus man an diesem Tag sogar Wale im Pazifik beobachten konnte. Am Nachmittag lief ich dann noch den ca. 4-stündigen Beach Coastal Walk von Bondi Beach nach Coogee Beach und zurück. Der Wanderweg führt immer entlang der Küste mit tollen Ausblicken auf das Meer, die Buchten und Strände und man passiert einige der teuersten Anwesen Sydneys. Am Abend lernte ich dann noch Daniele kennen, eine Italienerin, die als Anwältin für Armani in Mailand arbeitet und für zwei Wochen durch Australien reist. Daniele bezog nach Nadja das Zimmer, die am Morgen zuvor ausgezogen war, um weiter nach Melbourne zu fliegen.

Coastal Beach Walk: Bondi nach Coogee

Freitag hatte ich dann erneut um 9.00 Uhr (zufälligerweise zusammen mit Daniele) meine dritte und letzte Surfstunde und auch wenn es an diesem Tag eher windstill war, klappte das Aufstehen fast jedes Mal und da ich mittlerweile ein Gefühl für das Brett hatte, konnte ich ohne größere Sturzlandungen surfen. Es machte so viel Spass, dass ich im Moment überlege noch einen weiteren Kurs während unserer Zeit in Australien zu belegen. Den Rest des Tages verbrachte ich mit einem Einkaufsbummel durch Bondi, kaufte mir u.a. ein Schnorchelshirt für unseren geplanten Bootsausflug zum Great Barrier Reef und sah mir am Abend noch den Film „The Great Gatsby“ im Kino an.

Bondi Beach: Surfing

Am Samstag checkte ich aus dem Bondi Beachhouse YHA aus und fuhr wieder zurück in die Innenstadt, wo ich für eine Nacht ein Zimmer in einer Jugendherberge direkt am Hauptbahnhof bezog. Für den nächsten Tag hatte ich eine 2-tägige Tour mit geführter Wanderung in die Blue Mountains gebucht und sollte bereits um 7.00 Uhr am YHA abgeholt werden. Ich fuhr an diesem Tag noch in den Stadtteil Glebe, ein Studentenviertel mit „alternativem Flair“ – laut Reiseführer. Dort verbrachte ich einige Zeit auf dem Samstags stattfindenden Glebe Market, ein kleiner Flohmarkt mit allerhand Schmuck-, Kunsthandwerk- und Essensständen und schlenderte durch die Secondhand-Buchläden und Trödelläden des Viertels.

Auf dem Rückweg zum Hauptbahnhof erhielt ich dann per E-Mail die Nachricht, dass meine Tour in die Blue Mountains abgesagt sei und ich bzgl. einer Terminverschiebung Rücksprache mit dem Veranstalter halten soll. Einige Telefonate und E-Mails später, einigte ich mich mit dem Veranstalter darauf, an einer von meinem Programm abweichenden Tour teilzunehmen. Die neue Tour wird zwar als Tagestour angeboten, allerdings sollte ich nach dem Mittagessen in dem Ort Katoomba abgesetzt werden und am nächsten Tag um dieselbe Zeit wieder abgeholt werden, um am Nachmittagsprogramm teilzunehmen.

Blue Mountains: Aborigines Show

Am Sonntag regnete es in Strömen und der Touranbieter holte mich zusammen mit weiteren Gästen am YHA ab. Wir klapperten noch einige weitere Hotels in der Umgebung ab und in einem großen Reisebus ging es anschließend in die Blue Mountains. Ich saß neben einer Frau aus Malaysia, die mit ihrer Familie für eine Woche in Sydney Urlaub macht und mit der ich mich ein bisschen über meine Zeit in Malaysia und generell über Südostasien unterhielt. Nach ca. zwei Stunden Fahrt, in der der Busfahrer ununterbrochen redete, kamen wir am Echo Point, einem Aussichtspunkt in den Blue Mountains an. Normalerweise hat man von dort einen tollen Blick auf das Tal und die Three Sisters, eine dreigliedrige Felsformation. Da es allerdings immer noch in Strömen regnete und das Tal völlig nebelverhangen war, konnte man lediglich die Three Sisters umringt von Nebelschwaden sehen und ein Großteil der Reisegruppe verschwand sofort ins angrenzende Aboriginal Kulturcenter, wo in den nächsten 30-Minuten ein paar Tänze und Vorführungen mit dem Didgeridoo und Bumerang gezeigt wurden.

Blue Mountains: Three Sisters im Nebel

Im Anschluss ging es weiter zur so genannten Scenic World, der Hauptanlaufstelle des Nationalparks, wo wir in den nächsten zwei Stunden mit zwei verschiedenen Seilbahnen und einer Eisenbahn durch die Parklandschaft fahren sowie auf einem Gehweg durch den Regenwald laufen konnten. Die Fahrten sind an klaren Tagen sicherlich auch ganz schön, allerdings umringt von Nebel völlig unspektakulär und somit habe ich an diesem Tag auch relativ wenig von den Blue Mountains gesehen.

Jugendherberge Katoomba

Nach dem Mittagsessen wurde ich zusammen mit zwei Mädchen aus London, die ebenfalls die ursprünglich stattfindende Tour gebucht hatten, wie vereinbart an einer Jugendherberge in Katoomba abgesetzt. Wir bezogen zu Dritt ein Zimmer und ich entschied mich dazu den Rest des Tages in der örtlichen Schwimmhalle zu verbringen. Abends sahen wir uns dann noch zusammen eine DVD an und gingen früh ins Bett, denn für den nächsten Tag war schönes Wetter vorhergesagt und wir alle wollten den Vormittag für eine Wanderung in die Berge nutzen.

Skyway Blue MountainsBlue Mountains: Three Sisters

Der nächste Tag war dann auch tatsächlich sonnig und klar und meine 4-stündige Wanderung führte mich erneut entlang der Three Sisters, durch den Regenwald, ich passierte einige Wasserfälle und genoss immer wieder den tollen Ausblick über das Tal. Glücklich und zufrieden über den sonnigen Vormittag kehrte ich gegen 13.00 Uhr nach Katoomba zurück, aß noch einen Salat in einem urigen Café und wartete dann zusammen mit den zwei Engländerinnen auf unseren Bus, denn für den Nachmittag stand noch der Besuch eines Tierparks auf dem Programm.

Als der Bus um 14.30 Uhr immer noch nicht eingetroffen war, rief ich den Veranstalter an, um kurz darauf zu erfahren, dass der Fahrer uns vergessen hatte. Ein weiterer Tourveranstalter könnte uns um 16.00 Uhr abholen, dann würden wir allerdings nicht mehr den Tierpark besuchen. Da wir keine andere Wahl hatten, willigten wir ein, meine Bemühungen eine Kostenerstattung für die schlechte Organisation herauszuschlagen, waren leider vergebens. Der 16.00 Uhr Bus kam dann auch noch mit 30 Minuten Verspätung, so dass ich erst gegen 19.00 Uhr wieder in Sydney am Hauptbahnhof war. Nach einer kurzen Zugfahrt zum Flughafen, wo ich erneut auf einen Shuttlebus zum Hotel wartete, checkte ich dann gestern Abend etwas gerädert ins Hotel ein. Thorsten landete heute morgen um 6.00 Uhr in Sydney und kam danach direkt ins Hotel.

Wir verbringen heute den Tag hier im Hotelzimmer und fliegen morgen früh um 6.00 Uhr nach Cairns, wo wir eine dreitägige Schnorchel- und Tauchtour zum Great Barrier Reef gebucht haben.

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