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Christchurch, Banks Peninsula und Arthurs Pass

Christchurch

Am Dienstag Vormittag landeten wir nach einem ruhigen Flug in Christchurch auf der Südinsel Neuseelands. Die Einreise am Flughafen gestaltete sich diesmal etwas aufwendiger, da unsere Wanderschuhe, Wanderstöcke und Thorstens Tauchausrüstung genauestens geprüft wurden, damit wir keine nicht einheimischen Pflanzen oder Insekten ins Land einführen. Zum Glück durften wir einreisen und nach einer kurzen Shuttlefahrt bezogen wir unsere Unterkunft für die nächsten zwei Tage im Jailhouse. Das Hostel ist ein ehemaliges Gefängnis und die Schlafzimmer dienten ursprünglich als Gefängniszellen, welche aber mittlerweile gemütlich eingerichtet sind. Wir nutzen den Rest des Tages um etwas Schlaf nachzuholen und kauften ein paar Lebensmittel für die nächsten Tage ein, um nach vier Monaten auswärts essen mal wieder selber kochen zu können.

Christchurch entlang der Red ZoneChristchurch: Geschäfte in Überseecontainern

Am Dienstag schliefen wir erst mal aus und mieteten uns nach dem Frühstück in unserem Hostel ein paar Fahrräder, um die Stadt zu erkunden. Christchurch wurde am 22. Februar 2011 von einem Erdbeben der Stärke 6,3 überrascht, wobei die Innenstadt komplett zerstört wurde und über 180 Menschen starben. Der Stadtkern ist nach wie vor gesperrt, da viele Gebäude immer noch einsturzgefährdet sind und die so genannte „Red Zone“ ist von einem Bauzaun umgeben. Die meisten Geschäfte, Cafés und Restaurants befinden sich daher momentan in bunten Überseecontainern, die sich rings um den abgesperrten Bereich angesiedelt haben. In den Geschäften deckten wir uns erst mal mit warmer Outdoor-Kleidung ein, denn es wird gerade Herbst in Neuseeland und die Temperaturen liegen bei ca. 15°C (in den Bergen ist es natürlich noch kälter) und nach 4 Monaten Südostasien leiden wir momentan noch an einem  Kälteschock. Die Auswahl an Outdoor-Geschäften in Christchurch ist wirklich toll und überall bekommt man Merinowolle-Kleidung zu relativ günstigen Preisen. Nach sechs Stunden Radfahren bei zum Teil eisigem Wind hatten wir Christchurch ausreichend erkundet und nutzen den Abend, um nach ewigen Zeiten mal wieder einen Film zu gucken: „When A City Falls“, eine Dokumentation über das Erdbeben.

Camper

Am nächsten Tag holte Thorsten unseren Camper, einen VW-Bus mit Kochplatte, Spüle, Kühlschrank und Schlafbank für die nächsten sechs Wochen ab und nach einem Großeinkauf starteten wir Richtung Banks Peninsula, einer Christchurch vorgelagerten Halbinsel. Wir durchquerten Lyttelton, eine pittoreske Hafenkleinstadt, die ebenfalls stark vom Erdbeben getroffen wurde und auf der Stecke Richtung Akaroa ging es durch eine wunderschöne, hügelige Landschaft. Überall sah man große Schafherden grasen und als wir uns Akaroa näherten, eröffnete sich ein toller Blick über die Bucht.

Banks Peninsula

Unsere erste Nacht im Camper verbrachten wir auf einem Campingplatz in der Okains Bay und gestern Vormittag besuchten wir noch das örtliche Maori- und Kolonial-Museum, welches überraschend viele historische Fundstücke zeigt. In der Mischung aus Freigelände und Ausstellungshallen werden auch verschiedene Originalhäuser aus der Zeit zwischen dem 18 Jh. und 19 Jh. ausgestellt.

Museum Okains Bay

Da es schon den ganzen Tag in Strömen regnete, ging es direkt weiter in die Berge nach Arthur’s Pass Village. Um etwas Geld zu sparen, übernachteten wir auf einem Stellplatz ohne Dusche und Strom gegenüber der Touristen Information im Ort. Da der Bus nur mit einem Heizlüfter ausgestattet ist (welcher ohne Strom natürlich nicht läuft), konnten wir in der letzten Nacht bei unter 5°C nur dick eingemummelt mit Mütze und Schal schlafen.

eisige Temperaturen im Camper

Heute morgen war der Himmel dann zum Glück wieder strahlend blau und die Sonne schien, so dass es für eine kurze Wanderung in die Berge ging. Dabei versetzte uns der Blick über die schneebedeckten Berge, welche sich vor und hinter uns emporragten, immer wieder ins Staunen. Gegen Mittag starteten wir Richtung Westküste und nach einer kurzen Rast am Brunner See erreichten wir vor ein paar Stunden Punakaika, einem kleinen Ort am Meer. Die Fahrt entlang der Küste war erneut unglaublich beeindruckend  und wir hielten mehrere Male an, um die Aussicht genießen zu können. Heute Nacht haben wir einen Stellplatz mit Strom und Dusche und Thorsten kocht gerade unser Abendessen. Wir bleiben wahrscheinlich für zwei Nächte und morgen wollen wir den Paparoa Nationalpark auf einer Wanderung erkunden.

Wanderung Arthurs Pass

Küste Punakaiki

Auch wenn wir noch nicht viel vom Land gesehen haben, gefällt uns Neuseeland bisher sehr und wir sind begeistert von der Landschaft. Die Lebensmittel sind etwas teurer als erwartet und für einen Campingplatzstellplatz zahlt man zum Teil so viel wie für ein richtig gutes Guesthouse inkl. Frühstück in Südostasien. Die Menschen sind auch hier wieder sehr freundlich, allerdings müssen wir uns noch an den Akzent gewöhnen, denn im Moment verstehen wir nur 50% dessen was gesagt wird.

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  1. Ganz viel Spaaaß weiterhin – wir denken viel an euch! Fühlt euch fest umarmt! Catha

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