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Coromandel Peninsula

Coromandel Peninsula: Küstenstreifen

Die letzten drei Tage verbrachten wir auf der Nordspitze der wunderschönen Coromandel Peninsula. Auch wenn sich Auckland, die größte Stadt Neuseelands, in nur 50 Kilometer Entfernung befindet, hatten wir auf der Halbinsel das Gefühl fernab jeglicher Zivilisation zu sein. Die wilde und wenig besiedelte Landschaft besticht im Inland durch leuchtend-grün, bewachsene Hügel und an der felsigen Küste verbergen sich einsame Sandstrände. Doch bevor es für uns ganz in den einsamen Norden ging, machten wir am Donnerstag zunächst in der ehemaligen Goldgräberstadt Coromandel halt. Nach einem kurzen Bummel durch das Stadtzentrum, dessen Geschäfte und Restaurants immer noch wie aus einem alten Western aussehen, buchten wir eine Fahrt mit der Hauptattraktion des Ortes: Driving Creek Railway, der einzigen Schmalspurbahn des Landes.

Coromandel: Driving Creek Railway

Den Töpfer Barry Brickell verschlug es in den 60er Jahren nach Coromandel, wo er zunächst eine Töpferei betrieb und eine 300 Meter lange Gartenbahn zwischen Tongrube und Töpferofen errichtete. Der Eisenbahn-Enthuisast baute die Bahnstrecke in den Jahren immer mehr aus und erwarb zu diesem Zweck ein 24 Hektar großes Anwesen. Die Driving Creek Railway wurde allerdings erst 1990 für den Personenverkehr geöffnet und gilt heute als die touristische Attraktion des Ortes. Der 1-stündige Trip, begleitet von Kommentaren des Fahrers, führt durch eine hügelige Landschaft, entlang unzähliger Tonskulpturen und bietet tolle Ausblicke über die Bucht von Coromandel. Thorsten war von Barrys Lebenswerk so beeindruckt, dass er sich im Anschluss an die Fahrt noch das Buch zur Entstehungsgeschichte der Driving Creek Railway kaufte.

Coromandel: Driving Creek Railway

Im Anschluss an die Bahnfahrt ging es noch in den örtlichen Fischladen, wo wir in Chili eingelegte Muscheln und geräucherten Lachs als Stärkung für zwischendurch kauften.

Coromandel: Fischladen

Der Weg nach Port Jackson, unser Ziel für diesen Tag, führte entlang eines wunderschönen Kustenstreifens. Wir sahen zum ersten Mal auf unserer Reise Albatrosse aus der Nähe und auf den letzten Kilometern verwandelte sich die zuvor asphaltierte Straße in eine schmale Schotterpiste. Die Ortschaft Port Jackson besteht lediglich aus zwei Farmen und drei Ferienhäusern und der dahinter liegende DOC-Campingplatz befindet sich an einem 1km langen Sandstrand. Mit uns auf dem Platz waren lediglich drei weitere Camper und somit konnten wir unser Auto direkt mit Blick aufs Meer und in Entfernung zu den anderen parken. Wir waren allerdings nicht ganz allein, denn ein sehr zutraulicher Erpel leistete uns die meiste Zeit Gesellschaft.

Coromandel: Port JacksonPort Jackson: Erpel

Gestern ging es dann nach einer kalten Dusche zunächst ins nächst gelegene Versorgungszentrum Colville, wo wir unter anderem unseren Weinvorrat aufstockten. Auf den Weg dorthin hielten wir noch an einer Bucht, wo mehrere Delfine jagten, die wir eine Weile beobachteten. Wir hatten auf der Fährüberfahrt von Picton nach Wellington zuvor schon mal Delfine gesichtet, aber diesmal sahen wir die Tiere aus viel kürzerer Entfernung und waren somit total fasziniert.

Coromandel Peninsula: Delfine

Nach dem Zwischenstopp in Colville ging es weiter zu einem zweiten DOC-Campingplatz nach Stony Bay, welcher ebenfalls nur über eine schmale, kurvige Schotterstraße zu erreichen ist. Mittlerweile hatte es angefangen zu regnen und es hörte bis heute Morgen um 7.00 Uhr nicht damit auf. Daher verbrachten wir den gestrigen Tag hauptsächlich lesend in unserem Camper und die letzte Nacht waren wir die einzigen Camper auf dem Platz, so dass es nach Einbruch der Dunkelheit fast ein bisschen unheimlich wurde. Heute Morgen klarte der Himmel auf und pünktlich zum Frühstück hatten sich bereits einige Enten vor unserem Bus versammelt.

Coromandel Peninsula: Stony Bay

Da wir ganz allein auf dem Platz waren, entschieden wir uns kurzerhand dazu ins Meer zu springen (übrigens das erste Mal seitdem wir in Neuseeland sind). Das Klima hier ist wesentlich milder als noch im Süden und das Meer war nicht so kalt wie erwartet. Nach unserer Rückkehr hatte es sich bereits einer der Erpel in unserem Camper bequem gemacht, den wir dann leider etwas unsanft heraustragen mussten.

Stony Bay: Erpel

Auf dem Weg zurück in die Zivilisation ging es heute noch mal über Coromandel, wo wir einen kurzen Zwischenstopp im alternativen Driving Creek Café einlegten und weiter Richtung Auckland. Wir stehen jetzt (wieder mit Meerblick) auf einem Campingplatz nördlich von Auckland und wollen in den nächsten Tagen noch den äußersten Norden Neuseelands erkunden.

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