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Mount Cook und Abel Tasman Nationalpark

Mount Cook

Nach unserem kurzen Zwischenstopp in Omaru ging es am Mittwoch weiter ins Landesinnere zum Mount Cook Nationalpark. Der Mount Cook ist mit seinen über 3.700 Metern der höchste Berg Ozeaniens und durch die Verschiebung der Erdplatten und dem Nachdrücken von Gestein wächst das Gebirge sogar noch. Der Anstieg ist allerdings minimal, da starke Erosionen in Form von Winden und Unwetter jährlich zu Abtragungen führen. Bereits auf der Fahrt zum gleichnamigen Ort am Fuße des Berges bot sich uns ein wunderschöner Ausblick über den türkisblauen Lake Pukaiki mit der schneebedeckten Hügelkette in der Ferne. Im Mount Cook Village angekommen, informierten wir uns im Touristen-Informations-Center über die Wanderwege der Region und schauten uns eine Dokumentation über das Rettungsteam der Gebirgskette und den tödlichen Unfall eines Australiers bei einer Alpinwanderung an. Die Bergkette ist für seine plötzlichen Wetterumschwünge bekannt und Lawinen sowie Gletscherspalten bringen jedes Jahr etliche Wanderer in Gefahr. Wir übernachteten an diesem Tag erneut auf einem günstigen Stellplatz ohne Strom und Dusche und frühstückten am nächsten Morgen mit einer wunderschönen Panoramaaussicht auf die wolkenbehangenen Berge.

Stellplatz Mount CookHängebrücke Mount Cook

Bei strahlendem Sonnenschein starteten wir auf den 3-stündigen Hooker Valley Track, der an zwei Seen entlangführt, mehrere Hängebrücken überquert und atemberaubende Ausblicke auf die neuseeländischen Alpen bietet. Der Track endet an einem Gletschersee, in dessen türkisblauen Wasser große Eisbrocken schwimmen. Dort legten wir eine Pause ein, bevor es auf der selben Route zurück zu unserem Bus ging. Weitere Wandertouren im Nationalpark hatten wir nicht geplant und somit ging es nach einem kurzen Zwischenstopp an einer Lachsfarm weiter Richtung Nordosten. Die Nacht verbrachten wir auf einem Campingplatz in Ashburton, wo wir uns die zuvor gekauften Lachssteaks schmecken ließen.

Am nächsten Tag regnete es in Strömen und wir entschieden weiter nach Hanmer Springs zu fahren, ein kleiner Ferienort inmitten der Berge, wo unter anderem natürlich gespeiste Thermalbecken Besucher anlocken. In Neuseeland sind gerade Herbstferien und als wir in Hanmer Springs angekommen die Schlange mit Eltern und Kindern vor dem Thermalbad sahen, entschieden wir kurzerhand weiterzufahren. Wir kamen an diesem Tag noch bis Murchison, wo wir auf einem weniger betriebsameren Campingplatz mit eigenem Streichelzoo unser Quartier bezogen. Nach weiteren zwei Stunden Autofahrt am nächsten Tag erreichten wir Nelson, eine Kleinstadt ganz im Norden der Südinsel. Wir schlenderten ein bisschen über den aufgebauten Wochenmarkt im Stadtzentrum, wo sogar deutsche Bratwürste verkauft wurden, erkundeten die Innenstadt und ließen den Stadtbummel bei einem Kaffee in einem Lokal mit integrierterer Kunstgalerie ausklingen. Unser eigentliches Ziel für diesen Tag war der Abel Tasman Nationalpark, den wir die nächsten zwei Tage auf einer Wanderung erkunden wollten. Aufgrund der guten Wettervorhersagen wären wir auch gerne noch länger gewandert, allerdings machten uns erneut die Herbstferien einen Strich durch die Rechnung, denn entlang des Tracks war bis auf eine Hütte alles ausgebucht.

Abel Tasman: Wassertaxi

Ein Wassertaxi brachte uns am Sonntag Morgen zunächst nach Awaroa in den Nationalpark, von wo aus wir in den nächsten zwei Tagen insgesamt 36 Kilometer zurück in den Ort laufen wollten. Auf dem Weg nach Awaroa passierten wir bereits wunderschöne Strände, machten an einer Robbenkolonie halt und erfuhren einiges über den Park, seine Flora und Fauna. Als wir in Awaroa ankamen, war es bereits 12.00 Uhr Mittags und wir machten uns auf den Weg zur 12 km entfernten Barks Bay Hut, unserem Quartier für diese Nacht. Der Track führt hauptsächlich entlang der Küste und einige Abschnitte werden durch die Tide zu bestimmten Tageszeiten unpassierbar. Auch wir mussten an diesem Tag einen dieser Abschnitte kreuzen und da es auf der Strecke keinen alternativen Inlandsweg gibt, etwas Zeit totschlagen bis ausreichend Wasser abgelaufen war und wir weiterlaufen konnten.

Abel Tasman: Tide Krezung

Einige Stunden später erreichten wir die Bark Bay Hut und sahen uns am vorgelagerten Strand noch den Sonnenuntergang an. Der Abel Tasman Nationalpark ist mit bis zu 200.000 Besuchern jährlich der beliebteste Nationalpark Neuseelands und somit war die Hütte mit 34 Betten auch fast ausgebucht. Die Gäste waren eine Mischung aus europäischen Backpackern und neuseeländischen Familien. Wir hatten leider den Schlafsaal mit den neuseeländischen Familien und dazugehörigen Kleinkindern erwischt und somit endete die Nacht bereits sehr früh um 6.00 Uhr. Da wir an diesem Tag 24 Kilometer Weg vor uns hatten, starteten wir recht zeitig nach dem Frühstück zurück Richtung Marahau. Wir passierten wieder wunderschöne Strände und hatten die meiste Zeit über einen tollen Ausblick über die türkisblauen Buchten.

Abel Tasman NationalparkAbel Tasman Nationalpark

Gegen späten Nachmittag erreichten wir dann erschöpft (ich hatte mir eine Blase gelaufen) aber glücklich den Eingang des Parks und belohnten uns in einem nahegelegenen Café mit einem Eisbecher. Der Abend verlief erwartungsgemäß ruhig, da auch für heute traumhaftes Wetter angesagt war, stellten wir den Wecker auf 7.00 Uhr, denn am nächsten Tag wollten wir den Park noch per Kajak erkunden.

Abel Tasman: Kanutour

Nach einer umfangreichen Sicherheitseinweisung durch einen Mitarbeiter der Verleihfirma ging es dann heute mit einem Seekajak aufs Wasser. Wir fuhren mit dem Wind im Rücken zunächst zur vorgelagerten Insel Adele Island, um erneut Robben aus nächster Nähe zu sehen. Die Jungen der Robben sind zurzeit vier Monate alt und als „Teenager“ sehr neugierig und an Kajaks interessiert. Einige der Jungen schwammen sehr nah an uns heran und wir konnten sie immer wieder bei Sprüngen aus dem Wasser beobachten.

Abel Tasman: Robben

Danach ging es an eine kleine Sandbucht, wo wir nur in Gesellschaft einer Seeschwalbe unser Mittagessen genossen und gegen 14.00 Uhr brachen wir wieder Richtung Marahau auf. Auf dem Rückweg hatten wir dann mit erheblichen Seegang und Gegenwind zu kämpfen, so dass wir nach zwei Stunden wildem Paddeln völlig erschöpft an Ufer gingen. Thorsten klagt jetzt die ganze Zeit über Schmerzen in den Armen und hat sich bereits um 20.00 Uhr schlafen gelegt, während ich diesen Artikel schreibe.

Morgen oder spätestens übermorgen setzen wir dann mit der Fähre auf die Nordinsel über. Wir haben vier Wochen auf der Südinsel Neuseelands verbracht und da wir für den Norden nur noch zwei Wochen Zeit übrig haben, überlegen wir jetzt unseren Flug noch mal um eine Woche nach hinten zu verschieben, denn so bald werden wir wahrscheinlich nicht noch mal bis an dieses Ende der Welt reisen.

2 Kommentare

  1. Hallo Karolin, Hallo Thorsten,
    da ich ja nun viel Zeit habe, bin ich schon immer gespannt auf eure nächsten Reiseberichte. Einfach toll und in welch guter Ausdrucksweise diese geschrieben sind.
    Ich wünsche euch noch weiterhin viel Spass und an Unternehmungslust scheint es euch nicht zu fehlen.
    Viele Grüße
    Inge Mehler

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  2. Hallo Inge, danke für den netten Kommentar. Es freut uns sehr, dass dir unsere Reiseberichte gefallen. Liebe Grüße aus dem momentan verregneten Neuseeland.

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