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Nordlaos: Nong Kiao

Nong Kiao

Die letzten drei Tage verbrachten wir in dem kleinen Fischerdörfchen Nong Kiao am Fuße des Nam Ou Flusses. Da uns Nong Kiao (umringt von schöner Karstlandschaft) auf Anhieb gefiel und Reisetage in Laos, wie bereits beschrieben, anstrengend sind, kamen wir zu dem Entschluss gleich drei Nächte im Dorf zu bleiben. Den ersten Tag schliefen wir dann auch erstmal aus, frühstückten ausgiebig und erledigten ein paar Dinge (wie weitere Reiseplanung). Am Nachmittag brachen wir zu einem Spaziergang ins benachbarte Dorf auf, wo man sich laut eines Hinweisschildes in Nong Kiao in 3,8 km Entfernung eine Höhle anschauen kann.

Nong Kiao: Cave Guides

Noch vor dem nächsten Ort kam uns bereits eine Horde Kinder entgegengelaufen, die sich uns vorstellten und fragte, ob wir die Höhle sehen wollen. Wie sich später herausstellte, waren „What’s you name?“ und „Do you want to see the cave?“ so ziemlich die einzigen Brocken Englisch, die die Kinder sprachen. Im Dorf angekommen, bezahlten wir jeder 5.000 Kip (0,50 EUR) Eintritt und drei der Jungs machten sich zusammen mit uns auf den Weg, um uns die Höhle zu zeigen. Der Weg zur Höhle war dann länger als gedacht und auf dem letzten Stück ging es einen steilen Hügel hinauf (wir waren froh über unsere Wanderschuhe, auch wenn die Kinder die ganze Zeit leichtfüßig in ihren Flip Flops unterwegs waren). In der ersten Höhle zeigten uns die Jungs dann auch noch direkt ein altes, verrostetes Maschinengewehr aus dem zweiten Indochinakrieg – denn während die Amerikaner in Vietnam waren, wurde auch ein geheimer Krieg in Laos geführt. Es gab noch eine zweite Höhle zu besichtigen und in der gab es zum Glück keinen alten Kriegsschrott mehr. Auf dem Rückweg fragten uns die Jungs noch nach ein paar Extra-Kip für die Führung, wir entschieden uns allerdings dafür das Geld lieber in der aufgestellten Spendenbox für den Ort zu lassen, als es den Kindern zu geben.

Nong Kiao: Kriegshöhle

Zurück in Nong Kiao meldeten wir uns noch für den Trek „100 Waterfall“ beim Anbieter Tiger Trail am nächsten Tag an. Der Trek gilt als einer der besten in ganz Laos und wir wissen jetzt auch warum: Früh am Morgen ging es zusammen mit einem Paar aus Australien und unserem Guide in einem schmalen Motorboot eine Stunde flussabwärts in das Dorf Don Khoun. Auf unserem Weg sahen wir immer wieder Frauen und Kinder am Flussufer, die ihre Wäsche wuschen und Einheimische bei der Ernte von Seegras, welches später getrocknet und bei den Laoten als salziger Knabbersnack zum  Beer Lao gereicht wird.

Nong Kiao: Bootsfahrt Nam Ou

Im Dorf angekommen, ging es die nächsten 45 Minuten zunächst über Reisfelder und durch Dickicht bis wir bei einer kleinen Farm Halt machten und unser Guide uns darauf hinwies, dass es ab jetzt nass werden würde und wir unsere Schuhe ausziehen sollten. Thorsten und ich wussten nicht was uns auf der Wanderung erwarten würden, so dass wir anders als die Australier keine Sandalen dabei hatten. Für mich ging es also in Flip Flops und für Thorsten barfuss weiter.

Nong Kiao: 100 Waterfalls TrekNong Kiao: 100 Waterfall Trek

Wie wir dann schnell herausfanden, führte die Wanderung nicht entlang der „100 Wasserfalls“ sondern durch und über die Wasserfälle und Stromschnellen. Das Gestein war sehr porös, so dass man guten Halt hatte und hin und wieder waren auch Halterungen zum Greifen in das Gestein geschlagen. Dennoch ging es für uns die meiste Zeit auf allen Vieren den Wasserfall hinauf. Nach ca. 1,5 Stunden erreichten wir erschöpft und glücklich (vor allem darüber, dass wir nicht abgerutscht sind) den letzten Wasserfall und wurden zudem noch mit einem tollen Ausblick über das Tal und die Berge belohnt. Das Mittagessen wurde wie schon bei unserer letzten Dschungel-Wanderung in ökologisch wertvollen Bananenblättern serviert und nach einer kurzen Verschnaufpause ging es den Berg auf trockenem Terrain wieder runter. Nach unserer Ankunft in Nong Kiao verabschiedeten wir uns noch von unserem Guide und den Australiern und gönnten uns erstmal jeder ein großes Beer Lao.

Nong Kiao: 100 Waterfall TrekNong Kiao: Auf dem Weg zum Fährableger

Gestern ging es dann weiter mit der Fähre Richtung Luang Prabang. Wir waren mal wieder sehr früh (8.00 Uhr) am Fähranleger aber erwartungsgemäß legte die Fähre dann doch erst ein paar Stunden später gegen Mittag ab. Genaue Uhrzeiten zu Abfahrts- und Ankunftszeiten bekommt man in Laos generell eher selten und wenn dann wird darauf hingewiesen, dass es sich um „Lao Time“ handelt, also +/- eine Stunde. Die Fahrt war wieder anstrengend, es war sehr kalt, zwischendurch regnete es stark und auf Grund der Überladung und des niedrigen Wasserstandes des Nam Ou mussten wir unterwegs noch in ein Songthaeo umsteigen (mit 22 Personen in einem Pickup wurde es dann erwartungsgemäß wieder eng). Da ich vom Wasserfall-Trek bereits etwas angeschlagen war, habe ich mir durch die Fahrt dann noch eine Erkältung eingefangen. Daher lassen wir es in Luang Prabang die nächsten Tage etwas langsamer angehen.

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