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Paparoa-Nationalpark, Franz-Josef-Gletscher und Gillespies Beach

Neuseeland - Paparoa Nationalpark

Am Samstag morgen besorgten wir uns den aktuellen Wetterbericht und eine Karte mit den Wanderrouten der Region in der Verwaltung des Paparoa-Nationalparks. Danach starteten wir bei strahlendem Sonnenschein zu einer 17km langen Wanderung, die zu großen Teilen auf dem Inland-Pack-Track lag. Den Tag verbrachten wir auf einem tollen Wanderweg im Wald des Nationalparks. Die Vegetation mit den verschiedenen Farnen und Moosen war sehr beeindruckend, der Wald wirkte stellenweise wie aus einem Märchen. Am späten Nachmittag kamen wir erschöpft zu unserem Campingplatz zurück, duschten anschließend und kochten das Abendessen. Wir nutzen unsere Campingküche oft und sind immer noch begeistert davon wieder selber kochen zu können.

Neuseeland - Im Paparoa Nationalpark

Weil wir noch einmal telefonieren wollten und auf unserem Campingplatz keinen Mobilfunk-Empfang hatten, fuhren wir die Küstenstraße ein paar Kilometer zurück und konnten dabei einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten.

Neuseeland - SH6 beim Paparoa Nationapark

Sonntag fuhren wir nach dem Frühstück auf der Küstenstraße SH6 noch ca. 40 Kilometer Richtung Norden, um die Landschaft zu genießen. Die Straße führt an der Westküste der Südinseln Neuseelands parallel zum Meer entlang und es gibt immer wieder schöne Aussichtspunkte. Nach diesem kurzen Fotoausflug in nördliche Richtung, wendeten wir und fuhren in Richtung Süden, um uns an unserem nächsten Ziel Greymouth mit Lebensmitteln einzudecken. Auf dem Weg sammelten wir noch zwei Tramper aus Kalifornien ein, die ebenfalls nach Greymouth wollten. Es sind sehr viele junge Leute mit Rucksäcken unterwegs, auch Wohnmobile und Campingbusse von diversen Verleihfirmen sehen wir im Minutentakt.

Kiwis in Franz Josef Glacier

Unser wirkliches Ziel für diesen Tag war die Stadt Hokitika, die das Zentrum der neuseeländischen Jadeschnitzerei ist. Die Maori nutzten den Greenstone vor der Ankuft der Europäer als Metall-Ersatz, Waffen sowie viele Alltagsgegenstände wurden daraus hergestellt. Wir besichtigten in einer der größeren Werkstätten die Schleiferei und die Verkaufsausstellung. Die Schnitzereien folgen alten Mustern der Maori, die verschiedene Bedeutungen haben. Ich besitze schon eine Kette mit einem Greenstone-Anhänger, den ich um den Hals trage. Meine Mutter brachte ihn mir von ihrer Neuseeland-Reise aus Hokitika mit und ich bin jetzt mit dem Anhänger am Hals wieder hier vorbeigekommen.

Da Hokitika neben dem Greenstone für uns nicht allzu viel bot und die Campingplätze alle außerhalb der kleinen Stadt lagen, sind wir an diesem Tag doch noch weiter in Richtung Süden gefahren.

Neuseeland - Franz Josef Glacier

Nach einer weiteren Stunde im VW-Bus erreichten wir dann den Ort Franz Josef Glacier. In dieser Region Neuseelands fallen die Berge auf wenigen Kilometern von über 3.000 Metern Höhe auf das Niveau des Meeresspiegels ab. Durch diese geologische Besonderheit haben sich hier zwei Gletscher gebildet, der Franz Josef Gletscher und der Fox Gletscher. Wir buchten uns für zwei Nächte auf dem Campingplatz des Rainforest Retreats ein und wollten am nächsten Tag eine Wanderung zum Gletscher unternehmen.

Neuseeland - ranz Josef Glacier: Rainforest Retreat

Am Sonntag morgen liefen wir zuerst wieder in die Informationsstelle des Nationalparks. Diese Informationsbüros sind super organsiert und stellen den Besuchern aktuelle Wetterberichte, Wanderkarten und Informationen zur Region zur Verfügung. Aus unserem Reiseführer wussten wir schon, dass Wanderungen, die auf das Eis des Gletschers führen nur in Begleitung eines Guides unternommen werden können. Der Gletscher rutscht in Zeitlupentempo ins Tal hinab und das Eis verändert sich jeden Tag. In der Infozentrale erfuhren wir dann, dass Wanderungen zu Fuß im Moment nicht angeboten werden. Einzige Alternative waren Helikopterflüge, bei denen man auf dem Gletscher abgesetzt wird und dann mehrere Stunden mit einem Guide in der Eislandschaft verbringt. Nach einer kurzen Bedenkpause meldeten wir uns für den günstigsten Ausflug an.

Franz Josef Glacier Guides

Wenig später wurde in der Zentrale der Franz Josef Glacier Guides unsere Kleidung geprüft und wir bekamen Steigeisen und eine Einweisung in die Sicherheitsbestimmungen für den Flug und den Aufenthalt auf dem Gletscher. Unsere Wandergruppe bestand aus 10 Personen: einem Ehepaar aus Indien, drei Taiwanesen und einer Gruppe Europäer. Mit dem Inder unterhielten wir uns gut, er war mit seiner Frau 2007 zur Fussball-WM in Deutschland und unter anderem auch in Hamburg.

Franz Josef Glacier: Helikopter

Als nächstes liefen wir in zwei Gruppen zum Helikopter-Landeplatz. Der Flug dauerte leider nur 10 Minuten. Auf dem Gletscher trafen wir unseren Wander-Guide, der uns als erstes das Anlegen der Steigeisen erklärte. Die folgenden drei Stunden verbrachten wir dann mit einer Wanderungen auf dem Gletscher. Unser Guide erklärte uns den Prozess der Eisbildung im Gletschertal und arbeitete auf dem Weg immer wieder Treppenstufen im Eis mit einer Hacke nach. Die Wander- und Kletterroute durch den Gletscher wird jeden Morgen kontrolliert und da sich der gesamte Kletscher kontinuierlich in Richtung Tal bewegt, müssen die Routen wöchentlich verlegt oder neu angelegt werden. Wir kletterten auf dem Weg auch durch einen Eistunnel, der sich natürlich gebildet hatte. Am Ende der Wanderung mussten wir über einige Gletscherspalten steigen, in deren nicht sichtbaren Grund man das Schmelzwasser rauschen hörte. Nach drei Stunden flogen wir wieder mit dem Helikopter ins Tals und verbrachten den Rest des Tages in einer Anlage mit heißen Pools unter freiem Himmel – der Eintritt war im Ausflug auf den Gletscher inkludiert. Die Tour durch die Eislandschaft war toll, wir waren uns zuerst nicht sicher, ob sich der Ausflug lohnen würde, aber wir werden den Tag nicht so schnell vergessen.

Auf dem Franz-Josef-Gletscher Franz-Josef-Gletscher

Den Abend verbrachten wir im Restaurant unserer Ferienanlage. Neben dem Campingplatz werden dort Ferienhäuser vermietet und es gibt einen Bereich für größere Reisegruppen. An diesem Abend waren zwei Gruppen von verschiedenen Busunternehmen zu Gast. Hier in Neuseeland gibt es Reisebusunternehmen, die sich auf Backpacker spezialisiert haben und die gängigen Routen im Land befahren. Nach dem Pizza-Buffet, an dem wir auch teilnahmen, entwickelte sich langsam eine Party an der Bar, zu deren Einklang ein Limbo-Wettbewerb veranstaltet wurde. Wir haben uns das ganze angeschaut und verschwanden nach einigen Bieren und einem Jägermeister in unserem Bus.

Mittwoch räumten wir unseren Camper auf und gingen zum Abschied vom Franz-Josef-Gletscher noch auf eine kurze Wanderung an der Gletschermoräne. Das Wetter war immer noch herrlich spätsommerlich und wir sind langsam aber sicher akklimatisiert.

Neuseeland: Fox Gletscher

Nach der Wanderung fuhren wir Richtung Fox Gletscher und bogen im Ort am Fuß des Gletschers zum Gillespies Beach ab. Hier haben wir die letzte Nacht auf einem kleinen, wilden Stellplatz direkt am Strand verbracht. Es gab eine einfache Toilette, Regenwasser aus einem Sammelsystem und wir mussten keine Übernachtungsgebühren zahlen. Der Strand ist wunderschön und besteht aus Unmengen von rundgeschliffenen Steinen. Mit uns übernachteten hier verschiedene Leute in kleinen und großen Wohnmobilen und auch in PKWs, die zum Übernachten umgebaut wurden. Heute morgen wollten wir eine Wanderung am Strand zu einer nahe gelegenen Seelöwen-Kolonie unternehmen. Nachts hat es dann angefangen zu regnen, gegen 10 Uhr hat der Regen langsam nachgelassen und wir starteten in unseren Regensachen in Richtung Strand. Der Wanderweg führte zuerst parallel zum Strand durch die Landschaft und wir konnten verschiedene Überbleibsel aus der Zeit der Goldgräber ansehen, die langsam vor sich hin rosten. Der Regen wurde dann allerdings immer stärker, wir hatten eine Lagune überquert und befürchteten, dass wir auf dem Rückweg durchs Wasser waten müssten. Deswegen sind wir wieder umgekehrt, bevor wir die Seelöwen erreichten.

Neuseeland: Gillespies Beach

Neuseeland: Sonnenuntergang am Gillespies Beach

Zurück am Bus fuhren wir die SH6 weiter Richtung Süden. Es regnete den ganzen Tag, mit kurzen Unterbrechungen und wir sind jetzt in Haast, einem kleinen Ort kurz vor dem südlichen Ende der Straße. Wir suchen uns gleich einen Campingplatz für die Nacht und werden morgen in Richtung Osten, ins Gebirge weiterfahren. Weiter südlich liegt nur noch das wilde Fjordland, indem es fast keine befestigten Verkehrswege gibt.

2 Kommentare

  1. Das klingt ja wieder einmal sehr spannend. Schön, dass ihr immer wieder so fleißig eure Erfahrungen mit uns teilt.
    Eure Karte aus Bali ist angekommen. Habt vielen Dank dafür.
    Weiterhin viel Spaß,
    eure Spanier

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  2. Hallo ihe Beiden,

    ja wir finden auch, dass der subtropische Regenwald toll ist. Ohne Wege klann man sich wirklich darin verlaufen. Dann ist er nichr mehr wie ein Märchenwald. Genießt die Zeit dort unten. Eine solche Landschaft werdet ihr wohl nicht mehr auf eurer Reise erleben.

    Brighitte und Hartmut

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