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Penang, Langkawi: Goodbye Malaysia

Trödelladen in Penang

Unsere letzten Tage in Malaysia verbrachten wir auf den Inseln Penang und Langkawi. Da Thorsten eine schwere Magen-Darm-Grippe bekommen hat und somit ans Bett (bzw. Badezimmer) gefesselt war, erkundete ich die gleichnamige Stadt der Insel Penang im Alleingang. In den drei Tagen auf Penang hat es allerdings immer wieder heftig geregnet, so dass ich mir lediglich die historische Altstadt angesehen habe (außerdem ist es alleine ja auch nur halb so nett).

Penang wurde 2008 zusammen mit Melaka von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt, allerdings ist die Altstadt Penangs weniger erhalten und auch weniger beschaulich als Melakas (hinzu kommt viel Verkehr und mehr Dreck auf den Straßen). Besonders gut gefallen hat mir allerdings die Streetart des Künstlers Ernest Zacharevic, die man im Rahmen des George Town Festival 2012 an Häuserwänden überall in der Stadt finden kann.

Streetart PenangStreetart Penag

Am Mittwoch ging es mit der Fähre von Penang auf die Insel Langkawi im Norden Malaysias. Zunächst hatten wir überlegt ein paar Tage länger auf der Insel zu bleiben, allerdings gab es kurzfristig keine netten und vor allem bezahlbaren Unterkünfte mehr, so dass wir nur für eine Nacht in einer Hotelanlage direkt am Yachthafen eincheckten. In Malaysia sind gerade Sommerferien, so dass die Hotelpreise häufig doppelt so hoch sind wie im Rest des Jahres. Vielleicht kommen wir auf unserem Rückweg nach Singapur noch mal durch Malaysia und können dann auch mehr Zeit auf Langkawi verbringen.

Fähre Penang-Langkawi

Wie haben nicht viele Tage in Malaysia verbracht und auch nur wenige Orte besucht. Insgesamt hat uns das Land sehr gefallen, hervorheben muss man vor allem die Mischung aus verschiedenen asiatischen Bevölkerungsgruppen (die größten sind die Malaien, die Chinesen und die Inder) und deren Zusammenleben. Auf engstem Raum leben die Menschen mit ihren unterschiedlichen religiösen Vorstellungen zusammen und es funktioniert. In Melaka lag direkt im chinesischen Viertel auch eine der ältesten Moscheen des Landes. Eine Straße weiter wurden am Abend in einer chinesischen Metzgerei die Schweine zerlegt. Und damit sind wir dann auch schon beim Essen: Die Fusion der verschiedenen Küchen ist großartig. Chendol und Laksa haben wir ja schon beschrieben, aber auch in vielen anderen Speisen kommen Dinge zusammen, die auf den ersten Blick vielleicht nicht passen. Was uns auch aufgefallen ist: Die Menschen waren sehr freundlich, hilfsbereit und wir hatten keine Situation, die uns komisch oder bedrohlich vorkam.

Man merkt im ganzen Land aber auch die Auswirkungen des extremen wirtschaftlichen Wachstums und der Bevölkerungszunahme. Es wird (schon seit Jahrzehnten) überall in einem rasanten Tempo gebaut, die wunderschönen, alten Städte gehen nahtlos in Betonsiedlungen und Hochhäuser über. In den Cameron Highlands werden überall Apartmentsiedlungen und Ferienunterkünfte gebaut. Wenn man über die Autobahn fährt, säumen über hunderte von Kilometern nur Palmen, aus deren Nüssen Palmöl gewonnen wird, die Fahrbahn. Und das Umweltbewusstsein hat mit den wirtschaftlichen Errungenschaften nicht Schritt gehalten: Überall liegt Abfall, meist aus Kunstoff, in Flüssen, am Straßenrand, auf den Feldern, am Strand. Es gibt einfach (noch) kein Bewusstsein dafür, dass die Abfälle nicht von selbst verschwinden oder verrotten.

Am Donnerstag ging es mit der Fähre weiter auf die Insel Ko Lanta nach Thailand. Die Überfahrt dauerte 9 Stunden und war vor allem aufgrund des lauten Motorengeräusches der Fähre sehr anstrengend. Die Thailänder entfernen traditionell Schalldämpfer und Dämmmatten an Booten, um durch den Lärm Seegeister zu vertreiben. Im Resort Lanta Marina auf Ko Lanta können wir für die nächsten Tage einen kleine Holzhütte auf Stelzen, mit Palmblattdach, Hängematte und Meerblick unser Eigen nennen. Ein Träumchen!

Bungalow Ko Lanta

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  1. Bei allen positiven Eindrücken zu Malaysia darf aber nicht übersehen werden, dass dieses Zusammenleben geprägt ist von einer sehr strengen und den nicht Muslimen gegenüber ausgrenzenden Gesetzgebung, zumindest wird das hier in den Medien so dargestellt.

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