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Phnom Penh

Kambodscha: Skone, die Stadt der frittierten Spinnen

Am Dienstag Abend kamen wir in der Hauptstadt Kambodschas Phnom Penh an. Die 6-stündige Busfahrt von Siem Reap verbrachten wir in einem modernen Hyundai-Reisebus, der sogar mit WLAN ausgestattet war. Die Landschaft entlang der Strecke glich dem, was wir von unserem Tuk Tuk Ausflug in Siem Reap kannten: Eine weite Ebene, auf der einzelne Palmen wachsen und die durch Reisfelder geprägt ist. Wir machten auf der Fahrt auch einen kurzen Toilettenstop in Skone. Diese Stadt ist bei kulinarisch Interessierten bekannt für ihre frittierten Spinnen. Leider wurden an der Raststätte, die wir anliefen, nur verschiedene Früchte angeboten, die einzigen Spinnen, die wir zu Gesicht bekamen, waren mehrere große Statuen aus Metall.

Bus von Siem Reap nach Phnom Penh

Unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte war das Le Rit Guesthouse, im Haus dieser Pension befindet sich auch das Büro der lokalen NGO Nyemo, die in Not geratenen Frauen eine Unterkunft anbietet und sie zu Näherinnen ausbildet. In einem kleinen Laden im Erdgeschoss des Hotels werden Textilprodukte aller Art verkauft.

Le Rit Hotel Phnom Penh

Unseren ersten Tag in Phnom Penh nutzten wir für einen Spaziergang durch die Stadt. Die Entfernungen sind nicht sehr groß und man kann eigentlich alles auf zwei Beinen erledigen, auch wenn einen an jeder Ecke freudig mehrere TukTuk-Fahrer erwarten. Als erstes liefen wir zum Psar Tuol Tom Pong, dem sogenannten „Russenmarkt“: Während der vietnamesischen Besatzungszeit wurden hier Produkte verkauft, die überwiegend aus der Sowjetunion kamen. Heute gibt es auf dem Markt alles von T-Shirts, über Maschinen und Lebensmitteln bis hin zu Schreibwaren. Wir haben einige kleinere Souvenirs und ich einige T-Shirts erstanden.

Psar Tuol Tom Pong

Nach dem Besuch des Marktes liefen wir quer durch die Stadt zurück zu unserem Hotel. Die Stadt ist eine pulsierende Mischung aus Mopeds und Autos, vielen Verkaufsbuden auf zwei Rädern und Geschäften, die auch auf dem Gehweg Dinge aller Art verkaufen. Wie in den anderen Städten, die wir während unserer Zeit in Asien besucht haben, gibt es auch hier noch ganze Straßenzüge, die ähnliche Produkte verkaufen: Eine Straße auf der es nur Tische und Stühle gibt, eine andere an der kleinere Elektromaschinen verkauft werden usw.. Dazwischen liegen Straßen, die zum Teil nur Schotterpisten sind aber auch vierspurige Hauptverkehrsadern. Wir haben noch den Rest unserer laotischen Kip in US-Dollar getauscht (in Kambodscha das Hauptzahlungsmittel) und danach eine Mittagspause in unserem Zimmer eingelegt, um der Hitze zu entkommen.

Präsidentenpalast Phnom Penh

Am Nachmittag liefen wir Richtung Mekong und kamen auf dem Weg am Präsidentenpalast vorbei. König Sihanouk ist Anfang Februar eingeäschert worden und der Palast im Moment aufgrund der Trauerzeit geschlossen, vor dem Palast ist ein großes Foto des verstorbenen Königs zu sehen. Auf dem großen Platz vor dem Palast genießen viele Familien vom späten Nachmittag bis in den Abend Picknicks und die Sonne. Wir setzten uns auf der gegenüber liegenden Straßenseite an die Uferpromenade und beobachteten mit einer Dose Angkor-Bier in der Hand die Schiffe auf dem Mekong. Auf dem Rückweg zum Hotel beobachteten wir dann noch eine große Gruppe Frauen, die auf der Uferpromenade Aerobic-Übungen machten. Angeleitet wurden sie von dem einzigen Mann der Gruppe, für den richtigen Rhythmus sorgte eine Musikanlage mit benzingetriebenem Generator.

Uferpromenade Phnom Penh

Heute fuhren wir nach dem Frühstück mit dem TukTuk zum Tuol-Sleng-Genozid-Museum. Das Museum befindet sich in einer ehemaligen Schule, die während der Herrschaft der roten Khmer zwischen 1975-1979 als das Gefängnis und Folterzentrum S21 genutzt wurde. Die roten Khmer um Pol Pot haben während ihrer dreijährigen Herrschaft zwischen  1,7 und 2,2 Millionen Menschen umgebracht, davon geschätzte 20.000 im Gefängnis S21. Die Hauptstadt wurde innerhalb weniger Wochen komplett geräumt und die Bewohner mussten unter unmenschlichen Bedingungen auf den Feldern Kambodschas arbeiten. Ziel der roten Khmer war der Aufbau eines kommunistisch-maoistischen Bauernstaates.

Tuol-Sleng-Genozid-Museum

Das Gelände und die Gebäude befinden sich zum größten Teil im Originalzustand und es werden Fotos und Lebensläufe der Inhaftierten, und (unter Folter erpresste) Protokolle der Verhöre gezeigt. Uns hat der Besuch sehr bewegt und wir waren danach erstmal ein wenig verstört.

Tuol-Sleng-Genozid-Museum

Nach dem Besuch des Museums sind wir noch einmal auf den Psar Tuol Tom Pong um Buntstifte und Schreibblöcke zu kaufen. Diese Dinge wollen wir als Geschenke für die Kinder mitnehmen, die wir sicherlich bei unserem nächsten Stop treffen werden.

Morgen brechen wir nach Chi Phat auf, einem kleinen Dorf am Rande der Kardamom-Berge. Dort gibt es ein lokales Tourismusprojekt, bei dem die Bewohner des Dorfes Touren in die Berge und auf dem Fluss anbieten. Wir wollen eine zweitägige Wanderung durch die Wälder unternehmen, bei der wir in der Hängematte im Wald übernachten und danach eine Nacht als Gäste in einer der Familien verbringen. Wir sind also einige Tage offline, melden uns dann aber zurück!

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  1. Liebe Karolin, dieses Jahr bist Du an Deinem Geburtstag in der weiten Welt. Wir gratulieren Dir und wünschen, dass Ihr weiterhin eine so tolle Reise machen könnt und uns daran teilhaben lasst. T. Brigitte u. O. Hartmut

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