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Rarotonga

Rarotonga: Laguna am Muri Beach

Am Donnerstag sind wir von Sydney über Auckland nach Rarotonga auf den Cookinseln geflogen. Diese Inselgruppe im Südpazifik liegt auf halber Strecke zwischen Fiji und Tahiti. Die Cookinseln sind ein unabhängiger Staat in “freier Assoziierung mit Neuseeland”. Das heißt die Inseln regieren sich selbst und sind unabhängig von Neuseeland. Alle Insulaner sind jedoch Bürger Neuseelands und lediglich “permanente Bewohner” der Cookinseln. Man geht davon aus, dass Neuseeland im 13. Jahrhundert von den Cook Inseln aus besiedelt wurde und man findet hier auf Rarotonga viele Parallelen zur neuseeländischen Maori Kultur.

Da wir auf unserem Flug von Auckland nach Rarotonga die internationale Datumsgrenze überquerten, erreichten wir die Insel noch vor unserer Abflugszeit in Sydney und durften nach unserer Ankunft um kurz nach Mitternacht den kompletten Donnerstag erneut erleben. Bereits beim Landeanflug bekamen wir ein Gefühl dafür wie abgelegen die Inseln liegen: es war weit und breit kein Licht in der finsteren Nacht zu sehen. Erst wenige Sekunden vor der Landung erspähten wir die Lichter der Landebahn und kurz darauf verließen wir das Flugzeug und liefen in die kleine Ankunftshalle des Flughafens. Dort wurden wir mit Ukulelen Musik und Livegesang begrüßt und direkt nach der Zollabfertigung empfing uns unser Vermieter mit zwei Blumenketten.

Rarotonga: Ankunftshalle FlughafenRarotonga: Blumenketten

Am nächsten Morgen weckten uns etliche krähende Hähne und wir brachen nach dem Frühstück zu einer ersten Inselerkundung auf. Auf Rarotonga fahren zwei Buslinien „Clockwise“ oder „Anti Clockwise“ (also im oder gegen den Uhrzeigersinn) um die kreisrunde Insel und wir bestiegen den nächsten Bus in Richtung der Hauptstadt Avarua. Dort steuerten wir als erstes die Polizeiwache an, da unser internationaler Führerschein auf den Cookinseln nicht gültig ist. Thorsten musste auch noch eine praktische Fahrprüfung mit einem Roller ablegen, die darin bestand eine gerade Strecke zu fahren, an einem Stoppschild zu halten und ein paar Kegel zu umfahren. Nach ungefähr einer Stunde waren wir glückliche Besitzer eines lokalen Führerschein und haben uns für die nächsten Tage einen Roller gemietet. Die Höchstgeschwindigkeit auf Rarotonga beträgt 50kmh und einen Helm muss man erst ab einer Geschwindigkeit von 40km/h tragen. Trotz dieser Regelung haben wir allerdings noch niemanden mit Helm auf einem Roller gesichtet, auch unsere Verleihfirma hatte keine Helme im Angebot. Uns ist sofort aufgefallen, dass der Fahrstil der einheimischen deutlich entspannter ist als die sportliche Fahrweise in Asien.

Rarotonga: Führerschein

In den nächsten Tagen erkundeten wir die Insel mit dem Roller und verbrachten viel Zeit am Muri Beach in der Nähe unserer Unterkunft. Die Insel umgibt ein nahezu geschlossenes Riff, welches eine wunderschöne türkisblaue Lagune umfasst. Hinter der geschützten Laguna geht es bis zu 4.000 Meter in die Tiefe und man kann an windigen Tagen meterhohe Wellen aus der Ferne im Pazifik wüten sehen. Hier im Süden ist die Lagune etwas breiter und schließt vier kleine mit Palmen bewachsene Motus (Inseln) mit ein. Der Muri Beach ist touristisch gut erschlossen, neben den Unterkünften gibt es hier auch einige Restaurants und Wassersport-Anbieter. Man sieht allerdings nirgendwo auf der Insel Hochhäuser oder Betonburgen, die Gebäude sind maximal drei Stockwerke hoch.

Mit den Kajaks unserer Unterkunft gingen wir auf Erkundungstour zu einem der Motus in der Lagune, schnorchelten im blauen Wasser und Karo hat die guten Windbedingungen an einem Vormittag zum Windsurfen genutzt.

Rarotonga: PalmenstrandRarotonga: Windsurfing

Im Inselinneren Rarotongas befinden sich bis zu 600 Meter hohe Berge sowie ein tiefer, unbewohnter Dschungel. Es ist überall sehr sauber und man findet keinerlei Plastikmüll am Strand oder Straßenrand. Die Vegetation ist üppig, rund um den Küstenstreifen stehen die kleinen bunten Häuser der Inselbewohner und überall wird frisches Obst und Gemüse am Straßenrand verkauft. Es gibt fast soviele Kirchen wie Einwohner und dass man es hier mit der Religion sehr genau nimmt, bekamen wir am Sonntag zu spüren: In der Bar eines angrenzenden Ressorts wollte man uns keinen Alkohol verkaufen – also genossen wir den Sundowner aus unserem Kühlschrank auf der Terasse unseres Bungalows.

Rarotonga: ObststandRarotonga: typisches Inselhaus

Die Inselbewohner sind nett, wenn auch nicht übertrieben freundlich und die Uhren ticken hier sehr viel langsamer als bei uns. Thorsten wollte sich beispielsweise ein T-Shirt des „Cook Island Police Department“ kaufen, was nach drei Anläufen leider immer noch nicht geglückt ist. Beim ersten Mal ließ man uns einfach mehr als 15 Minuten warten und wir sind dann irgendwann gegangen. Beim zweiten Mal war die zuständige Person bereits im Feierabend und beim dritten Mal ließ man uns wieder warten – bis wir gegangen sind, weil wir den Tag noch für andere Unternehmungen nutzen wollten. Wir hoffen natürlich, dass uns der Kauf des „wertvollen“ T-Shirts in den nächsten Tagen noch glückt. 🙂

Rarotonga: Punanga Nui Market

Am Samstag besuchten wir den wöchentlichen „Punanga Nui Market“ auf dem frisches Obst und Gemüse, Souvenirs wie Ukulelen und Blumentücher sowie Perlenschmuck in vielen Variationen verkauft wird. Zudem gab es noch eine Aufführung einer örtlichen Tanzgruppe begleitet von traditionellen Gesängen. Selbst die Jüngsten haben hier schon den richtigen Hüftschwung drauf.

Rarotonga: Geburtstagsessen

An Thorstens Geburtstag gingen wir in einer französichen Backerei frühstücken, besuchten das Provinzmuseum in Avarua, statteten dem Whale Education Centre einen Besuch ab, fuhren erneut ein bisschen um die Insel und ließen den Tag im Restaurant des Segelclubs bei leckerem Fisch und einer Flasche Wein ausklingen.

Thorsten hat den heutigen Tag zu zwei Tauchgängen genutzt. Mit der Tauchschule „Dive Rarotonga“ ging es zuerst in die Basis nahe Avarua und von dort aus zum Touristenanleger der kleinen Hauptstadt. Der Wind hatte in der Nacht nachgelassen und die Wellenhöhe außerhalb des Atolls lag bei ca. 2 Metern. Die beiden Tauchgänge führten zum Wrack eines absichtlich versenkten Frachtschiffs kurz vor der Küste und in einen natürlichen Korallengarten. Die Sichtverhältnisse waren trotz stärkeren Regens sehr gut, die Strömung stark und das Unterwasserleben vielfältig.

Rarotonga: Tauchgang

Jetzt verbringen wir den Abend in unserem Bungalow und werden morgen noch einmal unseren Motorroller nutzen. Am Donnerstag fliegen wir mit Air Raro und einer kleinen Propellermaschine auf eine weitere Insel der Cook Islands: nach Aitutaki. Dort werden wir bis zum 26. Juli bleiben, um dann noch der Insel Atiu einen Besuch abzustatten.

4 Kommentare

  1. Das sieht ja traumhaft aus auf den Bildern. Ihr seid schon zu beneiden. Ich wünsche euch ganz viel Spass auf den Inseln. Glg Insa

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    • Huhu Insa,
      ja, in so tollen Farben haben wir Strand und Meer auch noch nie zuvor erlebt. Wirklich paradiesisch auch wenn es nicht so tropisch heiß ist, wie man denkt. Euch auch eine gute Zeit, genießt den deutschen Sommer!

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  2. Hallo Ihr Weltenbummler, erstmal ganz liebe Geburtstagsgrüße an Thorsten und alle lieben Wünsche für das neue Lebensjahr. Danke für Eure Karte vom Byron Beach, sie steht z.Zt. im Esszimmer, wir freuen uns dran. Aber auf unserer Ostseereise (23.6.-10.7.13) haben wir das Wasser manchmal auch in ganz tollem blau erleben können, hätten wir so gar nicht erwartet. Genießt die restliche Zeit ,danke, dass wir an Eurer Reise teilnehmen können. T. Brigitte u. O. Hartmut

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    • Hallo nach Bünde,

      viele Dank für die Glückwünsche, ich komme erst jetzt dazu zu antworten. Wir sitzen grade beim Frühstück auf Aitutaki und der Internetzugang hier ist natürlich sehr langsam. Die Insel gefällt uns sehr gut, allerdings hatten wir zwei Tage mit Starkregen und -wind zu kämpfen.

      Viele Grüße!

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