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Rocky Mountains

Rocky Mountains: Mount Robson

Wir sitzen gerade in unserem Camper und sind auf dem Rückweg Richtung Vancouver. Unsere gemeinsame Zeit in Kanada ist fast vorbei und Anika und Sebastian fliegen morgen Abend wieder nach Deutschland. Die letzte Woche verbrachten wir in den Rocky Mountains: im Mount Robson Provincial Park, im Jasper National Park, auf dem Icefields Parkway und im Banff National Park. Am Samstag fuhren wir zunächst vom Wells Grey Provincial Park zum 250 Kilometer entfernten Mount Robson. Auf der Fahrt stockten wir unsere Vorräte auf, tankten den Camper und erreichten bei eher durchwachsenem Wetter den mit 3.954 Metern höchsten Berg der kanadischen Rocky Mountains. Nachdem wir unseren Campingplatz direkt gegenüber des Mount Robson Besucherzentrums bezogen hatten, klarte der Himmel auf und wir starteten zu Fuß in Richtung der Aussichtsplattform. Kurz nachdem wir den Campingplatz hinter uns gelassen hatten, stand plötzlich ein ausgewachsener Schwarzbär vor unserer Nase. Der Bär war schnell wieder verschwunden und noch etwas geschockt von der zufälligen Begegnung, eröffnete sich uns hinter der nächsten Kurve ein atemberaubender Blick auf den Mount Robson. Wir nutzen die fast wolkenlose Aussicht für einen ausgiebigen Fotostopp und informierten uns im Besucherzentrum über die Wanderrouten der Region. Den Abend ließen wir bei einem Lagerfeuer auf unserem Campingplatz ausklingen.

Rocky Mountains: Lagerfeuer am Mount Robson

Am nächsten Morgen starteten wir auf den „Berg Lake Trail„: Dieser beliebte Wanderweg ist mit 44 km Gesamtstrecke eigentlich eine Mehrtageswandertour. Wir legten an einem Tag die Hälfte der Gesamtstrecke zurück. Die Wanderung führte uns durch einen üppigen, moosbewachsenen Wald, entlang reißender Stromschnellen, über Hängebrücken und durch ein ausgetrocknetes Flusstal. Erschöpft von der Wanderung verbrachten wir den Abend erneut bei kalten Getränken am Lagerfeuer.

Rocky Mountains: Berg Lake TrailRocky Mountains: Medicine Lake

Am nächsten Morgen schliefen wir aus, frühstückten ausgiebig und telefonierten mit unseren Familien in Steinrode und Wolfenbüttel. Die Tagesetappe für diesen Tag betrug lediglich 90 Kilometer, und wir konnten uns für die Strecke etwas Zeit lassen. Zunächst fuhren wir in Richtung des Maligne Lake und machten Zwischenstopps am 50 Meter tiefen Maligne Canyon und am wunderschönen Medicine Lake. Auf der Fahrt sahen wir am Wegesrand einen riesigen Rothirsch und mehrere Großhornschafe. Am Maligne Lake angekommen, fing es plötzlich an zu regnen, so dass sich weder eine Bootstour noch eine Wanderung um den See gelohnt hätte. Nach einer kurzen Kaffeepause ging es also direkt nach Jaspar, wo wir ein bisschen durch die Souvenirläden bummelten und u.a. eine Bärenglocke für die nächsten Wandertouren kauften. Im Besucherzentrum informierten wir uns im Anschluss noch über die Wanderrouten der Region. Auf unserem Campingplatz für die nächsten zwei Nächte gab es wieder eine Feuerstelle und nachdem wir unsere Holzvorräte aufgestockt hatten, grillten wir uns leckere Rindersteaks. Die Temperaturen fielen in der Nacht auf 3°C  und unsere Mützen und Daunenjacken kamen zum ersten Mal seit Neuseeland wieder zum Einsatz.

Rocky Mountains: bei 3°C im Jasper NP

Am Dienstag war die Sonne wieder da und bei strahlend blauem Himmel fuhren wir auf einer engem Serpentinenstraße zum Ausgangspunkt unserer Wanderroute, dem „Cavell Meadows Trail„. Der Weg führte über grüne Wiesen, entlang eines Gletschersees zu zwei Aussichtspunkten mit Ausblicken auf den Angel Glacier auf 2.300 Meter Höhe. Auf der Wanderung sahen wir unzählige Streifenhörnchen und Murmeltiere. Auf dem Rückweg hielten wir erneut zum Einkaufen in Jasper und am Abend hieß es wieder Lagerfeuer, Rindersteaks und kanadisches Dosenbier.

Rocky Mountains: Cavell Meadows Trail

Dem nächsten Tag fieberten wir alle entgegen, denn es ging auf den 230 Kilometer langen Icefield Parkway, eine der schönsten Panoramarouten der Welt. Wir hatten mal wieder großes Glück mit dem Wetter, denn den ganzen Tag über schien die Sonne und die Temperaturen waren trotz 2.000 Meter Höhe sommerlich warm. Sein Ruf eilt dem Icefield Parkway nicht voraus und die Strecke mitten durch die Rocky Mountains ist wirklich eine der schönsten, die wir jemals gefahren sind. Highlights entlang der Straße waren das „Columbia Icefield„, eine Ansammlung von sechs gewaltigen Gletschern (drei davon sind von der Route aus sichtbar); die zweistündige Wanderung des „Parker Ridge Trail„, von wo aus wir einen fantastischen Blick auf den Saskatchewan Gletscher hatten und der von Bergen und Wäldern eingerahmte, türkisgrüne Peyto Lake. Überwältigt von den Eindrücken des Tages, erreichten wir gegen Abend Lake Louise Village, unser Ziel für die nächsten zwei Tage. Wieder informierten wir uns im Besucherzentrum über lohnenswerte Wanderrouten der Region, stockten ein letztes Mal unsere Vorräte auf und bezogen einen Campingplatz in der Nähe des kleinen Ortes.

Rocky Mountains: Parker Ridge TrailRocky Mountains: Peyto Lake

Am nächsten Tag starteten wir zunächst in Richtung Moraine Lake, von wo aus wir den Tag für eine Wanderung nutzen wollten. Am See angekommen, stauten sich bereits die Autos und Camper und nach einer ersten Runde über den vollen Parkplatz, befürchteten wir bereits wieder umkehren zu müssen. Beim zweiten Anlauf hatten wir Glück und ergatterten völlig unverhofft einen der beliebten Parkplätze. Wir packten unsere Rücksäcke und liefen zum Ausgangspunkt der Wanderung, an der mehrere Touristen warteten. Da es in der Region viele Schwarzbären und Grizzlys gibt, sind Wandergruppen nur mit vier oder mehr Personen erlaubt. Eine dreiköpfige französische Familie schloss sich uns an und gemeinsam starteten wir auf den „Sentinel Pass Trail“. In steilen Serpentinen liefen wir zunächst durch einen dichtbewachsenen Wald und wurden mit einem tollen Blick auf den türkisblauen Moraine Lake belohnt. Weiter ging es durch ein grünes Tal und ein steiler Aufstieg führte uns auf 2600 Metern Höhe. Auf dem Sentinel Pass konnten wir ins dahinterliegende Paradise Valley blicken und hatten einen atemberaubenden Blick auf die zehn schneebedeckten Gipfel, der uns umgebenden Berge. Alle vier waren wir uns ziemlich schnell einig, dass dies die für uns schönste Wanderung in den Rocky Mountains ist. Nach dem Abstieg ging es zum Abschluss des Tages an den Lake Louise und in dem 4°C kalten Wasser nahmen wir zur Abkühlung ein Fußbad. Auf dem Campingplatz zeigte uns unser Nachbar dann noch seine Fotos von Schwarz- und Grizzlybären und borgte uns seinen heißen Kohlegrill für unsere Rindersteaks.

Rocky Mountains: Sentinel Pass

Wir haben den Tag heute auf der Straße und im Camper verbracht und fuhren insgesamt über 600 Kilometer. Wir übernachten heute auf einem Campingplatz in der Nähe von Vancouver und werden später noch auf unseren gemeinsamen Urlaub in Kanada anstoßen. Wir haben die Zeit zu Viert sehr genossen und fanden es schön, dass Anika und Sebastian uns ein Stück auf unserer Reise begleitet haben.

Rocky Mountains: Columbia Icefield

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  1. Hallo ihr 4,
    wir wünschen Anika und Sebastian eine angenehmen Rückflug und euch 2 noch eine schöne restliche Zeit.
    Gruß
    Inge und Oskar

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  2. Hallo ihr zwei, wir sind wieder gut in Göttingen angekommen. Der Flug nach Frankfurt war ok, wir sind sogar eine halbe Stunde frueher gelandet als geplant und haben gleich den nächsten Zug erwischt. Es war wirklich eine tolle Zeit mit euch in Kanada, wir haben es sehr genossen und müssen all die schönen Eindrücke erstmal verarbeiten. Wir hoffen die Abgabe des Campers klappt heute gut und wir wuenschen euch für den Rest eurer Reise viel Spass !!!
    LG Sebastian und Anika

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    • Hallo nach Göttingen, mit der Camper Abgabe hat auch alles geklappt und wir haben den Tag gestern in Vancouver noch genossen. Jetzt sitzen am Hauptbahnhof und warten auf unseren Bus nach Vancouver Island. Euch eine stressfreie erste Arbeitswoche. Lg, Thorsten und Karo

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      • Hallo Ihr Zwei, beim Lesen bekam ich große Lust das alles auch nochmal zu erleben. Allerdings müssten wir auf die Wandertouren verzichten, die Kondition reicht dafür leider nicht. Danke für Eure Urlaubsgrüße, die Karte steht mal wieder auf dem Buffet. Was machen wir bloß ab Anfang Oktober, wenn Eure tollen Berichte nicht mehr erscheinen?????
        Ganz liebe Grüße und noch eine schöne Zeit. T. Brigitte und O. Hartmut

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          • Haha, na das wird ja hoffentlich nicht unsere letzte Reise gewesen sein. Wir haben in diesem Jahr ja auch schon fleißig Flugmeilen gesammelt 😉

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