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Stewart Island

Stewart Island: Halfmoon Bay Oban

Nach einer Nacht in Bluff, dem südlichsten Punkt der Südinsel ging es am Donnerstag Morgen auf die Fähre nach Stewart Island. Die Insel entspricht zwar ungefähr der Größe des Saarlandes, ist allerdings kaum bewohnt, in Oban der einzigen Ansiedlung auf Stewart Island wohnen etwa 300 Einwohner und über 80% der Inselfläche gehören zum Rakiura-Nationalpark. Nach der einstündigen Katamaran-Fahrt bei strahlendem Sonnenschein erreichten wir Oban und liefen direkt zum örtlichen Touristeninformationsbüro. Dort angekommen informierten wir uns über den Rakiura Track (unser Wanderweg für die nächsten drei Tage) und buchten Betten in jeweils zwei Hütten entlang des Tracks. Im Anschluss suchten wir uns eine Übernachtungsmöglichkeit in Oban und wurden im Bunkers Backpackers, einem kleinen Hostel mit mehreren Schlafräumen und einer gemütlichen Wohnküche fündig. Wir erkundeten an diesem Tag noch das kleine Örtchen, aßen frischen Fisch in einem Restaurant am Hafen und schauten uns im örtlichen Kino den 45-minütigen Film „A Local’s Tail“, eine humoristische Erzählung über das Inselreiben an. Den Abend verbrachten wir im Backpackers und unterhielten uns unter anderem mit einem Deutschen über den Rakiura Track und verschiedene weitere Wanderwege in Neuseeland.

Stewart Island: Bunkers BackpackersStewart Island: Rakiura Track

Am nächsten Tag fing es direkt nach dem Frühstück an zu regnen und wir starteten wasserdicht verpackt in Richtung Port William, unser Etappenziel für diesen Tag. Der Pfad folgte zu großen Teilen entlang der Küste, passierte dabei kleine Meeresarme sowie große Buchten und verlief gegen Ende direkt am Strand entlang. Nach sechs Stunden Wanderung erreichten wir am Nachmittag unser Übernachtungsziel, eine kleine Hütte mit zwei Schlafräumen und einem großen Gemeinschaftsraum mit Ofen. Es gibt in den Hütten keinen Strom, kein Warmwasser und die Plumpsklos befinden sich etwas außerhalb im Wald. Wir hatten uns zuvor in Queenstown noch einen kleinen Campingkocher gekauft und uns in einem Supermarkt in Te Anau mit Tütenmahlzeiten speziell für Outdooraktivitäten eingedeckt. Zu unserer Überraschung schmeckte das Essen (von Fusilli mit Lam über mexikanisches Hühnchen bis hin zu Müsli mit Joghurt) sogar ganz gut und war anständig gewürzt.

Stewart Island: Port William HutStewart Island: Rakiura Track Frühstück

Nachdem Thorsten den Ofen befeuert hatte und wir uns etwas aufgewärmt hatten, trudelten nach und nach noch weitere Wanderer ein. Ein Amerikaner, der in Neuseeland studiert und im Moment Semesterferien hat; ein Deutscher, der gerade Abi gemacht hat und für sechs Monate durch Neuseeland reist sowie ein Pärchen, die in den USA als Ranger arbeiten. In der Hütte ist eigentlich Platz für 24 Wanderer, in der Nebensaison werden die Kapazitäten allerdings kaum ausgeschöpft und somit hatten wir in dieser Nacht einen Schlafraum für uns allein. Auf dem Campingplatz nebenan kampierte noch eine große Gruppe Jäger, die am Tag darauf ihre Beute vor unseren Augen zerlegte.

Stewart Island: Port William Hut

Auf Stewart Island leben aufgrund der geringen Besiedlung und der isolierten Lage noch viele der vom aussterben bedrohten Vogelarten und der Amerikaner sah in dieser Nacht sogar einen in freier Wildbahn lebenden Kiwi direkt in der Nähe der Toilettenhäuschen.

Stewart Island: Rakiura Track

Nach dem Frühstück am nächsten Tag ging es weiter zur 12km entfernten Nordarm Hütte, wir durchquerten steile, mit Busch bewachsene Hügel und mussten große Schlammflächen durchqueren. An diesem Tag befanden wir uns hauptsächlich im Wald der uns mit seinen Farnen und moosbewachsenen Bäumen an den Paparoa Nationalpark erinnerte. In der zweiten Hütte begegneten wir dann noch einem Tschechen der den North West Circuit, eine 10-tägige Wanderung für (laut Reiseführer) Masochisten durch zum Teil kniehohe Schlammpisten, gelaufen ist und sich kurz darauf in der Bucht der Hütte sein Abendessen bestehend aus Muscheln und Fischen fing.

Stewart Island: Rakiura TrackStewart Island: Rakiura Track

Der Abend verlief erwartungsgemäß ruhig und am nächsten Tag starteten wir wieder Richtung Oban. Da an diesem Tag die Sonne schien und unsere Fähre zurück nach Bluff erst um 17.00 Uhr fahren sollte, entschieden wir uns dafür den Rückweg etwas zu verlängern und liefen eine zusätzliche Schleife entlang der Küste bis zur Halfmoon Bay. In Oban angekommen, erfuhren wir, dass die Fähre an diesem Tag nicht um 17.00 Uhr, sondern schon um 15:30 Uhr fährt und wir bereits auf die frühere Fähre umgebucht wurden. Wir tranken nur noch schnell einen Kaffee und beeilten uns im Anschluss an Bord des Katamaran zu kommen. Die See war an diesem Tag extrem stürmisch, der Kapitän begrüßte uns mit den Worten, dass es etwas spritzig werden könnte und nach der einstündigen Schunkelfahrt war vor allem ich froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Wir fuhren an diesem Tag noch bis nach Invercargill und übernachteten auf einem Campingplatz etwas außerhalb der Stadt, wo wir unsere erste heiße Dusche nach drei Tagen so sehr genossen wie schon lange keine mehr. Die mehrtägige Wanderung auf Stewart Island hat uns sehr gefallen und wir wollen unbedingt noch weitere der so genannten Great Walks in Neuseeland laufen.

Gestern ging es dann weiter nach Dunedin im Südosten Neuseelands. Da es heute den ganzen Tag regnete, brachen wir unseren Ausflug zur vorgelagerten Halbinsel, wo Albatrosse, Pinguine und Seehunde leben, kurzerhand ab und fuhren nach einer kurzen Shoppingtour und einem Besuch des Settlers Museums in Dunedin weiter nach Oamaru, wo wir jetzt auf einem Campingplatz inmitten des Ortes stehen. Morgen starten wir bei hoffentlich besseren Wetter erneut den Versuch Pinguinkolonien, von denen sich zwei verschiedene in unmittelbarer Nähe der Stadt befinden, zu besichtigen.

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  1. Hallo nach Neuseeland, eben habe ich wieder einige Berichte von Euch gelesen und mich an den z.T. traumhaften Bildern gefreut. Wir freuen uns wirklich, dass Ihr uns so toll an Eurer Reise teilhaben lasst. Die hübsche Karte aus Bali haben wir bei unserer „Stippvisite“ in Bünde vorgefunden, vielen Dank. Ab Mittwoch geht es mit Enkelsohn Addy ja nochmal nach Borkum. Dass Ihr jetzt schon 6 Monate unterwegs seid kann ich kaum glauben. Übrigens, bei unserer ersten Australienreise haben wir auch tüchtig gefroren und mussten uns auf der Reise von Nord nach Süd erst langsam an die Kälte gewöhnen.In Sydney bekam ich damals einen hellgrünen Merinopulli. Alles Gute für Euch. T. Brigitte und O. Hartmut

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  2. Hallo nach Bünde, es freut uns, dass euch unsere Reiseberichte und Fotos gefallen. Wir wünschen euch eine gute Zeit auf Borkum und hoffen dass der Frühling mittlerweile Einzug gehalten hat. Viele Grüße momentan noch aus dem Abel Tasman Nationalpark, Thorsten und Karolin.

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