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Swasiland, nicht Mosambik!

Swasiland: Grenzübergang

Seit heute Mittag sind wir wieder zurück in Südafrika – nachdem wir versehentlich fast nach Mosambik eingereist wären.

Wir fuhren in der letzten Woche über den Grenzübergang Nsalitsha / Onverwacht ins Königreich Swasiland. Hinter der Grenze erwarteten uns erst 60 Kilometer schlammige Buckelpiste und dann eine Fernstraße, die um Längen besser ausgebaut war, als die vergleichbaren Straßen in Südafrika.

Swasiland: Nationalpark Mlilwane

Unser erstes Ziel im Königreich war der Nationalpark Mlilwane. Dieser Park ist einer von drei Naturparks in Swaziland, in denen man Großwild beobachten kann. Leider waren wir wieder die einzigen Menschen auf dem Campingplatz, aber in den benachbarten Beehives waren zwei Reisegruppen aus den Niederlanden untergebracht.

Swasiland: Beehives

Wir haben zwei Nächte auf dem Campingplatz verbracht und eine Wanderung über den Hippo-Trail durch das wunderschöne eZulwini Valley unternommen. Die Landschaft in Swasiland erinnert in großen Teilen an eine Mischung aus der Schweiz und Norwegen. Es gibt hohe Berge und weite, grüne Wiesen auf denen die Rinder frei grasen.

Nach der zweiten Übernachtung fuhren wir in den Nordwesten und schlugen unser Zelt im Malolotja Nature Reserve auf einem Hochplateau auf. Gegen Nachmittag hörten wir das erste Gewitterdonnern und am Abend war der gesamte Himmel mit Blitzen gefüllt. In Swaziland besteht die weltweit größte Gefahr vom Blitz getroffen zu werden, wir wissen jetzt vermutlich wieso. Zuerst waren wir wieder die einzigen Camper, aber nach einer Weile kam noch ein zweiter südafrikanischer Allradwagen mit Dachzelt und suchte sich einen Stellplatz. Der Besitzer des Wagens kam dann wenig später vorbei und fragte uns, ob wir jemanden an seinem Auto gesehen hätten. Er hätte den Wagen mit seiner Frau kurz verlassen, eine Tür wäre nicht abgeschlossen gewesen und seine Kamera würde jetzt fehlen. Wir hatten zwar jemanden über die Ebene laufen sehen, konnten uns aber nicht vorstellen, dass diese Person die Kamera geklaut hatte. Der Südafrikaner sagte dann den Rangern Bescheid, die kurz darauf zu uns kamen, um eine Beschreibung des Verdächtigen zu bekommen. Als wir dann später im Zelt lagen, kam auch noch der Parkmananger und versicherte uns, dass jetzt versucht werden würde den Dieb zu finden. Außerdem sagte er uns, dass im Park noch nie etwas Vergleichbares passiert wäre. Im Dunkeln sahen wir dann noch 4 Ranger mit AK-47 Maschinengewehren über die Ebene ziehen. Der Park ist gleichzeitig Grenzgebiet zu Südafrika und die Soldaten (?) sichern wahrscheinlich auch die Grenze.

Swasiland:  Malolotja Nature Reserve

In der Nacht schliefen wir vergleichsweise wenig, das Gewitter und der Regen, aber auch die Geschichte mit der Kamera haben dazu beigetragen. Am Besten war dann der nächste Morgen: Unser Nachbar kam, um uns mitzuteilen, dass er seine Kamera im Motorraum wiedergefunden hatte, er hatte sie dort abgelegt, als er die Batterie kontrollieren wollte…

Da wir durch das Schlafdefizit etwas gerädert waren, gingen wir im Park nicht mehr spazieren, sondern reisten ab. Nächstes Ziel war dann die Hauptstadt Mbabane, in der wir endlich einmal ins afrikanische Alltagsleben eintauchten. Wir besuchten die lokalen Markthallen, in denen Obst, Gemüse, Kräuter sowie Heilmittel, und Alltagsgegenstände verkauft werden. Die Menschen in Swaziland sind (vor allem im Vergleich zu Südafrika) extrem freundlich und zuvorkommend. Die Marktfrauen brachten uns die ersten Brocken siSwati bei und sagten immer wieder „Welcome to Swaziland“. Wir liefen dann noch kreuz und quer durch die Stadt, schauten kurz im Internetcafe nach E-Mails und fuhren nach Hlane weiter.

Swasiland: Mbabane

Swasiland: Mbabane

Hlane ist ein weiterer Nationalpark, in dem es auch Löwen, Nilpferde und Nashörner gibt. Auf dem Campingplatz waren wir wieder alleine, aber es gab eine größere Gruppe Einheimischer, die das Wochenende für ein Grillfest nutzten. Zu diesem Zweck gibt es große Pavillons mit Reetdach, in denen bequeme Sofas stehen, hier können größere Gruppen dann den ganzen Tag campieren und grillen. Zu unserer Überraschung trafen wir dann unsere südafrikanischen Nachbarn aus der letzten Nacht wieder. Die beiden sind ebenfalls zwei Nächte in Hlane geblieben und dann nach Mosambik weitergefahren.

Wir nutzten den nächsten Tag für eine weitere Safari und gerieten prompt in eine große Herde Nashörner. Wir konnten uns grade noch im Rückwärtsgang in einen Seitenweg flüchten, als mehrere von den Bullen ziemlich schnell auf uns zugekamen. Am Nachmittag fuhren wir in den örtlichen Supermarkt, wo Karo aus heiterem Himmel von zwei afrikanischen Mädchen umarmt wurde.

Heute morgen reisten wir ab und gingen nach kurzer Zeit am Grenzübergang Lomahasha / Namaacha zum Schalter der Grenzpolizei. Dort füllten wir in aller Ruhe ein Formular aus und gaben unsere Pässe zum Stempeln ab. Währenddessen befragte uns ein Mitarbeiter des Fremdenverkehrsamtes, der eine Umfrage zum Verhalten von Touristen in Swasiland durchgeführte. Zum Glück hat Karo aufgepasst, in seinem Formular hat der Mann bei „Ausreise nach“ nämlich Mosambik angekreuzt! Nach einigem hin und her erfuhren wir dann, dass wir am falschen Grenzübergang sind, der Stempel in meinem Pass wurde ungültig gemacht und wir konnten nochmal 60 Kilometer bis zum Grenzübergang Mananga / Bordergate fahren. Dort sind wir dann aus Swaziland aus- und nach Südafrika wieder eingereist. Swaziland war für uns auf jeden Fall eine große Überraschung: Die Freundlichkeit der Menschen ist überwältigend, das Land vielfältig und interessant und auf jeden Fall eine Reise wert. Dabei sahen wir natürlich auch, dass es riesige Unterschiede zwischen Arm und Reicht gibt, in Manzini stehen Einkaufszentren wie in Europa, zwei Stunden weiter Richtung Osten gibt es nur Lehmhütten.

Swasiland

Jetzt sitzen wir im Crocodile River Restcamp des Krüger Parks und zwei Meter neben uns läuft eine Fleckhyäne hinter dem Zaun entlang. Wir werden die nächste Woche in verschiedenen Camps hier im Park verbringen und dann über den Blyde River Canyon zurück nach Johannesburg fahren.

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