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Tongariro Nationalpark und Rotorua

Tongariro: Emerald Lakes

In der Nacht von Freitag auf Samstag fiel das Thermometer unter 0°C und auch in unserem wenig isoliertem Camper war es eisig kalt, so dass wir erneut nur dick eingepackt mit Mütze und Schal schlafen konnten. Am Samstag Morgen klingelte der Wecker recht früh, denn wir hatten für 7.00 Uhr einen Shuttlebus bestellt, der uns zusammen mit weiteren Touristen zum Ausgangspunkt des Tongariro Alpine Crossings brachte. Die Wanderroute (ca. 20km) ist mit Abstand die beliebteste der Region, die komplette Strecke war allerdings aufgrund zweier Vulkanausbrüche in 2012 bis vor einer Woche noch unpassierbar. Somit waren wir zusammen mit unzähligen weiteren Wanderern an diesem Morgen unter den Ersten, die die neu eröffnete Route liefen. Das Wetter war für diesen Tag gut angesagt, allerdings erschwerten die bis zu 50kmh Gegenwind die Besteigung (750 m Anstieg) des Tongariro erheblich. Oben angekommen, war es dann erneut eisig kalt und die zugefrorenen Wege wurden zunehmend rutschiger. Da die Wolken an diesem Morgen noch am Berg hingen, konnten wir am Kraterrand leider nicht viel sehen, die Sicht verbesserte sich beim Abstieg aber zunehmend und der Blick auf die grünblauen Emerald Lakes war fantastisch. Der Weg führt hauptsächlich über vulkanische Asche, so dass der Abstieg zu den Seen dann eher einer Rutschpartie glich.

Tongariro Alpine CrossingTongariro Alpine Crossing: Mittagspause

Nach einer kurzen Mittagspause an der Ketetahi Hut ging es dann bei mittlerweile strahlend blauem Sonnenschein weiter bergab durch grasbewachsene Hänge mit Blick auf das Tal und den Lake Taupo. Gegen 15.00 Uhr wurden wir am Ende der Route von unserem Shuttlebus wieder abgeholt und verbrachten den Rest des Tages auf einem Campingplatz in der Nähe des Nationalparks. Am Sonntag brachen wir nach dem Frühstück auf und hatten auf dem Weg nach Turangi bei erneut gutem Wetter noch mal einen tollen Blick auf den Tongariro Nationalpark, so dass wir mehrere Fotopausen einlegten.

Panorama Tongariro NP

Unser Ziel für diesen Tag war Rotorua und je mehr wir uns der Stadt näherten, desto stärker wurde der Schwefelgeruch und überall am Straßenrand und weiter entfernt auf den Feldern sahen wir Dampf aufsteigen. Die Region um Rotorua befindet sich genau überhalb zwei aufeinander treffender Erdplatten und gehört somit zu den vulkanisch aktivsten Zonen der Erde. Auf dem Weg in die Stadt legten wir einen Zwischenstopp in von unserem Reiseführer empfohlenen Wai-O-Tapu Thermal Wonderland ein, wo man auf einem 1,5-stündigem Rundwanderweg kochende Schlammtümpel, Krater, verschieden gefärbte Seen und aktive Geysire besichtigen kann. Die Tour war ganz interessant, allerdings im Vergleich zu unseren Erfahrungen am Ijen Massiv in Indonesien weniger aufregend.

Wai-O-Tapu Thermal WonderlandWai-O-Tapu Schlammloch

Die folgenden zwei Nächte verbrachten wir auf einem Campingplatz etwas außerhalb der Stadt mit Stellplätzen auf geothermisch aufgeheiztem Boden. Der Campingplatz verfügte auch über ein eigenes kochendes Schlammloch und Thorsten verbrachte mehrere Stunden in den von Erdwärme erhitzten Mineralbecken. Auch Dampfboxen zum Kochen nach Hangi Art (sprich mit Erdwärme) sowie passende Rezeptvorschläge standen den Campingplatzbesuchern zur Verfügung.

Rotorua: Hangi Hints

In Rotorua und Umgebung bieten sich viele Gelegenheiten ein nach traditioneller Maori-Art gegartes Hangi aus dem Erdofen mit entsprechender Kulturshow zu genießen und auch wir entschieden uns dazu Tickets für einen der empfohlenen Anbieter zu kaufen. Gegen 17.00 Uhr wurden wir zusammen mit vier Australiern vom Veranstalter am Campingplatz abgeholt und nachdem wir noch weitere Touristen in Hotels rund um Rotorua eingesammelt hatten, ging es zum 30 Minuten entfernten Tamaki Maori Dorf in einem Waldgebiet außerhalb der Stadt. Auf dem Weg zum Dorf informierte uns unser Fahrer über den Ablauf des Abends und wählte einen Häuptling aus, der unseren Bus bei den Maori repräsentierte. Die Wahl fiel zum Glück auf einen der Australier.

Tamaki Maori Dorf

Im Dorf angekommen, trafen wir noch auf zwei weitere Busgruppen und ihre auserwählten Häuptlinge und wurden von den Bewohnern des Dorfes mit der traditionellen Zeremonie, einem Kriegstanz mit anschließendem Friedensangebot und dem Hongi (Berühren der Nase als Willkommensgeste), empfangen. Nach der Zeremonie, bei der wir von unseren Häuptlingen vertreten wurden, durften alle das Dorf betreten und bekamen an verschiedenen Plätzen in Form von Spielen und Tänzen eine Einführung in die Maori-Kultur geboten. Das Dorf ist sehr aufwendig gestaltet und dadurch, dass die hohen Bäume von unten angestrahlt werden, bekommt der Platz eine mystische Atmosphäre. Im Anschluss folgte noch ein Konzert sowie der mittlerweile hauptsächlich im Rugby eingesetzte Haka bis das zuvor im Erdofen zubereitete Hangi serviert wurde. Das Essen, vor allem die Süßkartoffeln und das zart gegarte Fleisch, hat uns sehr gut geschmeckt und somit fuhren wir satt und zufrieden gegen 21.00 Uhr wieder zu unserem Campingplatz. Die Veranstaltung war zwar sehr touristisch, dafür aber perfekt durchorganisiert und interessant und liebevoll gestaltet.

Tamaki Maori Dorf

Gestern ging es für uns weiter Richtung Küste zur Bay of Plenty und wir standen letzte Nacht auf einem günstigen DOC-Campinplatz direkt hinter den Dünen, wo wir das Meer vom Camper aus rauschen hörten. Heute ging es dann weiter nach Whitianga und nach einem kurzem Aufenthalt in einem Bad mit heißen Thermalbecken, stehen wir jetzt auf einem Campingplatz inmitten der Stadt. Die nächsten Tage wollen wir hier auf der Coromandel-Halbinsel verbringen.

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