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Vancouver und Wells Gray Provincial Park

Kanada: Blick auf die Skyline von Vancouver

Am Montag fuhren wir mit der Fähre von Vancouver Island zurück aufs Festland und weiter nach Vancouver City. Auf dem Weg in die Innenstadt legten wir einen Zwischenstopp im Stanley Park ein und genossen bei sonnigem Wetter die Aussicht auf die Skyline. Danach ging es weiter nach Downtown, unser Ziel für die nächsten zwei Nächte war die Jugendherberge Vancouver Central. Wir bezogen unsere zwei Zimmer, parkten das Auto auf dem Parkplatz eines nahegelegenen Hotels und erkundeten den Rest des Tages zu Fuß die Innenstadt. Unter anderem erreichten wir um 18 Uhr im Stadtteil Gastown die einzige dampfbetriebene Uhr der Welt und konnten hören, wie die Melodie des britischen Big Ben von fünf Dampfflöten gespielt wurde. Nach dem Abendessen in einem kleinen Lokal besuchten wir noch eine große Galerie in der Schnitzereien, Gemälde und andere Kunstgegenstände der Ureinwohner des amerikanischen Nordwestens ausgestellt und verkauft werden. Den Abend ließen wir in einer Bar in der Nähe unserer Unterkunft bei einem Feierabendbier- und wein ausklingen.

Kanada: Galerie in Vancouver

Dienstag starteten wir mit einem Frühstück in der Jugendherberge in den Tag. Danach liefen wir zur Halbinsel Grandville-Island und schlenderten durch die Geschäfte und Markthallen. Uns hat die interessante, wenn auch sehr touristische Insel wieder sehr gut gefallen. Auf Grandville-Island bestiegen wir nach einem Bummel durch die Markthallen den Aqua-Bus in Richtung Chinatown. Nach einer Rundtour durch den Stadtteil und seine Geschäfte, Läden und einem chinesischen Park ging es dann wieder mit dem Aqua-Bus an einen der Stadtstrände Vancouvers. Wir haben Vancouver als unglaublich kompakt gebaute Stadt erlebt, zu Fuß kann man in kürzester Zeit von den Haupteinkaufsstraßen zum Strand oder in den Stanley-Park laufen. Wir verbrachten den Rest des Tages dann mit einem erfrischenden Bad im Meer und einem Abendessen im Stadtteil Yaletown.

Kanada: Graffitti in Chinatown - Vancouver

Am nächsten Morgen packten wir unsere Rucksäcke und Koffer und brachen mit dem Mietwagen zur Station unserer Wohnmobilvermietung auf. Dort angekommen, bekamen wir eine ausführliche Einführung in die Funktionen unseres neuen Gefährts für die nächsten zehn Tage. Das Wohnmobil ist auf unserer Reise bis jetzt die luxuriöseste Unterkunft auf Rädern, wir haben unter anderem eine Dusche und einen Stromerzeuger an Bord. Stau- und Lebensraum ist ebenfalls ausreichend vorhanden, so dass wir uns bereits richtig häuslich eingerichtet haben.

Kanada: Unser Wohnmobil

Nach dem Umladen unseres Gepäcks, fuhren wir im Konvoi zum Flughafen, um unseren (im Vergleich zum Wohnmobil kleinen) Mietwagen wieder abzugeben. Danach ließen wir Vancouver hinter uns, aufgrund unserer Routenwahl mussten wir das Zentrum der Stadt allerdings noch einmal durchqueren. Vancouver hat uns allen sehr gut gefallen, die Stadt bietet einen hohen Freizeitwert und man hat das Gefühl fast überall auf die umliegenden Wälder und Berge blicken zu können. Außerdem merkt man, dass Kanada sich als Einwanderungsland versteht, Vancouver ist sehr multikulturell und in den letzten Jahren sind viele Emigranten, insbesondere aus asiatischen Ländern, eingewandert.

Kanada: Straßenansicht in Vancouver

Unser Ziel für die nächste Nacht, ein Campingplatz der Nationalparkbehörde im Marble Canyon lag 350 Kilometer von Vancouver entfernt. Auf dem Weg dorthin fuhren wir zunächst nach Whistler, dem Austragungsort der Olympischen Winterspiele im Jahr 2010. Wir legten einen kurzen Stopp ein und ich nutzte die Zeit um mir neue Schuhe zu kaufen. Whistler ist ein typischer, touristischer Skiort, der in der Sommersaison mit verschiedenen anderen Sportarten aufwartet. In dieser Woche fand ein Wettbewerb im Downhill-Mountainbiken statt und auf einer großen Leinwand wurden Livebilder der Rennstrecke gezeigt.

Kanada: Olympische Ringe in Whistler

Auf dem weiteren Weg zum Marble Canyon hielten wir an einem größeren Supermarkt und deckten uns für die nächsten Tage mit Lebensmitteln und Trinkwasser ein. Später fuhren wir durch einsame Landschaften, zum Teil wirkte die Umgebung wie in einem großen Steinbruch und die Vegetation wurde zunehmend spärlicher. Wir sahen auf der Straße dann noch einen Kojoten, im ersten Moment hielten wir das Tier für einen verwilderten Hund. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichten wir den Campingplatz am Marble Canyon und nach einem sehr guten Abendessen fielen wir erschöpft ins Bett.

Kanada: Kojote auf dem Highway

Am nächsten Morgen setzten wir die Fahrt in Richtung Clearwater fort. Der Ort ist der Ausgangspunkt einer Straße, die ungefähr 65 Kilometer in den Wells Gray Provincial Park führt und an deren Ende unser Campingplatz für die kommenden beiden Nächte lag. Auf dem Weg kreutzten drei Schwarzbären, eine Mutter mit zwei Jungen, die Fahrbahn. Die Tiere waren nur leider zu schnell für unsere Kameras. In Clearwater besuchten wir das kleine Informationszentrum des Provincial Parks und besorgten uns eine Detailkarte mit den verschiedenen Wanderrouten der Umgebung. Danach machten wir uns wieder auf den Weg und hielten unterwegs an einigen imposanten Wasserfällen entlang der Strecke durch den Park. Unter anderen statteten wir den Helmcken Falls einen Besuch ab, die mit 137 Metern mehr als doppelt so hoch wie die Niagarafälle sind. Am Abend erreichten wir den Campingplatz am Ende der Straße. Unser Stellplatz liegt direkt am Fluss und wir haben eine Sitzgruppe mit einem Feuerring vor unserer „Haustür“. Zum Glück hatten wir den Stellplatz zuvor übers Internet reserviert, denn der Campingplatz war restlos ausgebucht.

Kanada: Wasserfall im Wells Gray Provincial PArk

Den heutigen Freitag nutzten wir dann für zwei Wanderungen: Als erstes fuhren wir zu einer Stromschnelle am Clearwater River und beobachteten Lachse. Die Tiere versuchen auf dem Weg flussaufwärts die Stromschnellen mit Sprüngen zu überwinden, allerdings ist die Strömung so stark, dass sie an dieser Stelle scheitern und zum laichen wieder flussabwärts schwimmen.

Kanada: Springender Lachs im Wells Gray Provincial Park

Die anschliessende Wanderung führte uns in zwei Stunden durch dichten Wald und entlang eines verwunschenen Sees. Unsere zweite Wanderung führte ebenfalls durch ein Waldgebiet und auf eine große Lichtung, auf der wir die verfallenen Reste einen alten Bauernhofes besichtigten. Danach ging es erneut durch dichten Wald und wir haben die ganze Zeit die Augen und Ohren offen gehalten: Wir befinden uns hier in einem Gebiet, in dem es viele Grizzlys, Braun- sowie Schwarzbären gibt und wir verhalten uns dementsprechend vorsichtig. Als Abschluss des Tages fuhren wir noch zum Clearwater Lake und nahmen ein eher kurzes Bad im eiskalten Wasser. Jetzt stehen wir wieder auf unserem Stellplatz auf dem Campingplatz und planen, natürlich von einem hervorragenden Abendessen begleitet, die Tagesetappen der nächsten Tage.

Kanada: Verlassene Farm im Wells Gray Provincial Park

Wir haben uns in den letzten Tagen an die Ausmaße unseres Freizeitmobils gewöhnt und das Fahren macht langsam Spaß. Nur das Ein- und Ausparken erfordert immer noch ausführliche Einweisungsarbeiten. Die Entfernungen hier kommen uns größer vor als sie es sind und wir können mit unserem Haus auf vier Rädern maximal 90 Kilometer pro Stunde fahren. Wir legen aber oft Zwischenstopps ein und geniessen die Landschaften, welche wir durchqueren. Wir haben im Moment nur sporadisch ein Mobilfunknetz in Reichweite und sind daher eher schlecht zu erreichen. Auch der nächste Blogeintrag kann ein paar Tage auf sich warten lassen.

4 Kommentare

  1. Ich wünsche euch 4 einen wunderschönen Abenteuer-Urlaub, ich warte schon wieder auf die nächsten Berichte.
    Wir starten am 7.9. unseren eher „einfachen“ Urlaub nach Mallorca, im Vergleich zu eurer Weltreise, aber für uns „Alten“ genug zur Erholung. Die Abenteuerreisen sind
    für euch besser zu erleben.
    Viele Grüße Inge Mehler

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    • Hallo Inge, wir wünschen euch einen schönen und erholsamen Urlaub auf Mallorca. VG A, S, T und K

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  2. Hallöchen ihr 4 in Kanada.Wir hoffen euch geht es gut und
    ihr erholt euch schön.Habt ja eine tolle Umgebung dort mit viel Freiwild.:-) Habt noch viel Spaß in den nächsten Tagen. Bis bald
    die 4 aus Battern

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    • Hallo nach Battern, toll, dass ihr unsere Reise so eifrig verfolgt. Wir sind leider schon wieder auf dem Rückweg aber wir hatten eine tolle Zeit in den Rocky Mountains und der nächste Beitrag inkl. Fotos folgt bald.

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